Drift HD Ghost Helmcam Test

08.01.2014 - TOPSTORY

Die Drift HD Ghost ist eine Top ausgestattete Helmcamera, die vor allem durch ihre Serienausstattung und die unkomplizierte Handhabung brilliert

Während sich GoPro noch vor einigen Jahren relativ unangetastet am Markt bewegen konnte, ist der Helmkamera Markt mittlerweile heiß umkämpft. Von Billiganbietern bis hin zu Elektroriesen wollen alle mitnaschen. Manche verstehen es sehr gut, wiederum andere haben nicht wirklich ganz erkannt, worauf es bei einer Mini-Action Cam wirklich ankommt, wie man am Beispiel der Sony sehen musste. Bei Drift Innovation hat man die Hausaufgaben sehr gut gemacht und bringt mit der HD Ghost eine innovative und eigenständige Lösung.

Die Drift HD Ghost setzt ganz im Gegensatz zu Marktführer GoPro auf eine längliche Gehäuseform. Daher wird die Cam wie auch bei Sony und Contour seitlich und nicht oben am Helm montiert. Sehr innovativ ist auch der bereits fix eingebaute LCD Screen an der rechten Seite der Camera. Er ermöglicht eine sofortige Bildkontrolle. Weiters kommt die Ghost bei der Standardnutzung ohne zusätzliches Watercase aus und ist trotzdem 3 Meter wasserdicht. Das spart Platz, aber im Gesamtgewicht kommt man doch auf ca. 170 Gramm.

Drift HD Ghost Test
Die Anschlüsse der Drift HD Ghost auf der Rückseite können durch zwei verschiedene Blenden abgedeckt werden. Einmal komplet dicht und einmal mit Zugang zu USB und MIC Anschluss.
Drift HD Ghost Test
Die Halterung für die verschiedenen Mounts kann werkzeuglos abgeschraubt und in 10 Grad Schritten im Winkel verändert werden.
4 Tasten an der Oberseite führen durch die Bedienung!

Ein weiteres Feature, dass wir bislang in dieser Form noch nicht kannten ist die rotierbare Linse. Es bleibt also ganz egal, wie die man die Camera moniert, ob liegend oder stehend, durch das einfache drehen der Linse steht kein Bild am Kopf. Das hat sich als sehr praktisch herausgestellt beim optional erhältlichen Schultermontage-Gurt.
Damit nicht genug wird der Cam eine praktische Fernbedienung serienmäßig beigelegt, die wahlweise auch aufs Handgelenk passt, obgleich das etwas groß ausfällt. Dafür sind die großen Tasten leicht zu erwischen.
Seit kurzem ist auch die Drift App für iOS und Android erhältlich. Per W-Lan hat sich unser IPhone gleich beim ersten Versuch innerhalb von wenigen Sekunden mit der Cam verbunden und stand als erweiterter Second Screen für Vorschau und Wiedergabe zur Verfügung. Ein Liveview während der Aufnahme ist nicht möglich, das würde offenbar zu viel Kapazitäten verschlingen. Abgesehen davon lassen sich alle Camera-Einstellungen über die App steuern. Aufnahmen lassen sich per W-Lan von der Cam wiedergeben oder aber auch auf das Handy downloaden. Achtung: Das iPhone benötigt für die Vorschau relativ viel Akkuladung.

Drift HD Ghost
Über die Drift App Benutzeroberfläche kann die Camera vollständig über das Handy gesteuert werden
Drift HD Ghost
Die Vorschau am Handy zeigt das aktuelle Bild der Camera.
Während der Aufnahme klappt das leider nicht.

In Sachen Auflösung schwimmt die HD Ghost im guten Mittelfeld mit. Im Modus 1080P sind wahlweise 25 oder 30 Frames/Sekunde möglich. Bei 720P sind bis zu 60 FPS drinnen und mit WVGA sogar 120 FPS. Damit lassen sich schon recht spektakuläre Zeitlupen darstellen. Der integrierte Weitwinkel schafft 170 Grad. Optional sind auch 127 bzw. 90 Grad einstellbar.

Soweit die Facts im Trockenen. Doch wie sieht es mit der Handhabung in Action aus? Leider ist die Ghost knapp nach Ende der Wakeboard-Saison bei uns in der Redaktion eingetroffen. Wir hätten gerne noch ein paar Wasseraufnahmen gemacht, aber eventuell können wir diese ja noch nachreichen. Dafür durfte uns die Drift beim Mountainbiken, Skifahren und natürlich Snowboarden begleiten.
Beim biken hatten wir die Cam mithilfe des optionalen Handlebar Mounts nicht nur am Lenker, sondern auch an Rahmen und Sattelstütze anbringen können. Vor allem der Blick nach vorne auf die fleißig werkende Federgabel war spannend. Die Verbindung Cam mit Mount erfolgt sehr zuverlässig und erweckt viel vertrauen. Einmal an der Camera montiert verbleibt die Halterung meistens drauf. Will man den Aufnahmewinkel ändern, muss man sie leicht abschrauben und kann dann in 10 Grad Schritten fixieren.

Als keine dezidierten Bildqualität-Experten können wir hier nur unsere subjektive Meinung abliefern, allerdings war uns besonders im Wald bei schneller Abfahrt eine gewisse Unruhe und Unschärfe im Bild aufgefallen. Die Blätter wirkten etwas verwischt. Ein Effekt, der sich interessanterweise am Berg im Schnee nicht wiederholte. Dafür können wir die Lichtstärke auch bei leichtem Nebel als recht gut beschreiben.

Ausschnitt aus Videoaufnahme bei starker Bewölkung
Ausschnitt aus Videoaufnahme vom Helm bei Sonnenschein
Ausschnitt aus Videoaufnahme beim biken mit leichter Bewölkung

Zu Beginn mussten wir uns ein wenig an die akustischen Signale zu Beginn und am Ende jeder Aufnahme gewöhnen. Speziell am Berg mit Helm und Fahrgeräuschen könnten sie etwas lauter und differenzierter ausfallen.
Im Photomodus stehen neben Einzelbildern die Qualitativ ganz gut sind auch ein Intervallmodus und Serienbilder und zur Verfügung. Bei letzterem empfanden wir die Bilder meist überbelichtet.

Ganz besonders positiv fiel uns der Akku auf, der unglaublich lange und bei den diversen Einsätzen ohne Zwischenladung auskam. Da wurde noch vorher der Akku der Fernbedienung leer! Beide Geräte lassen sich per USB aufladen.
Über einen Mini-HDMI Ausgang können die Aufnahmen am Fernseher betrachtet werden und am Microphon Eingang lassen sich externe Mics anschließen.

Fazit:
Für € 299,- erhält man mit der Drift HD Ghost eine Top ausgestattete Helmcamera, die vor allem durch ihre Serienausstattung und die unkomplizierte Handhabung brilliert. Die gratis App ist ausgezeichnet, wie auch der austauschbare Akku der Camera. In Sachen Bildqualität und Auflösung schwimmt die Ghost im oberen Mittelfeld mit.


Weitere Links zum Thema:
http://driftinnovation.com