Dauertest: Nike Zoom Kaiju

13.02.2013

Nach fast einem Jahr im Einsatz ziehen wir Bilanz. Mit dem Zoom Kaiju ist Nike auf Anhieb ein sehr guter Softboot gelungen. Hier unser Testbericht

Das Testen von Snowboardschuhen ist so eine Sache und Bedarf einiger Punkte die man unbedingt einhalten sollte:

1. Teste den Schuh immer nur mit deiner dir gut bekannten Bindung und deinem
    Board, sonst weißt du nie wo der Hund begraben liegt.
2. Es bringt nichts, einen Schuh nur für zwei Abfahrten auszuprobieren, da bist
    du sicher nicht zufrieden
3. Die ersten Tage mit neuem Schuh sind immer mühsam
4. Nutze den Schuh so lange wie möglich, erst dann kann man erkennen, wie
    sich der Boot während der Zeit verändert. Weicher werden sie alle, aber
    inwiefern wirkt sich das auf dein Riding aus?

Heutzutage ist es gar nicht mehr so leicht, ein schlechtes Board und schlechte Bindungen zu finden. Anders verhält es sich bei Schuhen, das ist auch der Grund warum man/wir/ich nur ungern Boots wechseln. Die Gewöhnungsphase in den ersten Stunden und Tagen ist fast immer unangenehm und teils schmerzhaft. Einen passenden Leisten zu schustern ist schon eine sehr hohe Kunst und dann noch die Kräfte der Bindungsstraps ordentlich zu verteilen eine Wissenschaft mit vielen try & error Versuchen.

Test: Nike Zoom Kaiju
Test: Nike Zoom Kaiju - Innenseite

Als Sportschuh-Bude hatte Nike sicherlich viele Vorteile und musste beim Einstieg in den Markt „nur noch“ die Snowboardkomponente erlernen. Umso gespannter waren wir, als der Nike Zoom Kaiju vor knapp einem Jahr in unsere Redaktion flatterte. Für 359,90 orientiert sich der Schuh am oberen Ende der Softboot-Liga. Eine klare Kampfansage an Klassenprimus Burton ION, der schon seit Jahren als „der Maßstab“ gilt. Der blaue Nike mit weißem Swoosh, weißer Sohle und dem „Air“ Schriftzug kommt optisch sehr gut. Mit 1046 Gramm in Größe US-10 ist er nur 9 Gramm schwerer als der Burton ION und auch die Länge (Kürze) der Außensohle kann sich mit dem ION messen.

Ich war wirklich überrascht, als der erste Tag im Schnee sehr problemlos funktionierte. Die Passform des Nike ist hervorragend und auch Druckstellen blieben mir erspart. Schon am zweiten Tag fühlte es sich wie „mein Schuh“ an. Generell liegt der Zoom Kaiju auf der härteren Seite und gibt guten Halt in jeder Situation am Berg.

Test: Nike Zoom Kaiju
Liner (= Innenschuh) Schnürsystem des Nike Zoom Kaiju

Einzig vom Schnürsystem war ich persönlich nicht überzeugt. Ich hatte die Tage schon ganz vergessen, an denen ich Öse um Öse festzog, wie bei Eishockeyschuhen. Ganz so dramatisch ist es zum Glück nicht, da zumindest der Innenschuh über eine Art Schnellverschluss mit dem Außenschuh fixiert wird. Man muss hier die Schuhbänder links und rechts fest auseinander ziehen, dann wandert der Verschluss nach unten. Zum Öffnen zieht man an einer großen Schlaufe. Zusätzlich wird der Liner am Schaft über einen Klettverschluss-Strap komprimiert. Nach vier Laschen kommt am Außenschuh ein Verschluss, der ebenfalls durch das Auseinanderziehen der Bänder fixiert wird. Somit ist der untere Teil gesichert. Für die restlichen drei Windungen muss man die Bänder in Haken einhängen und klassisch mit Knoten und Masche zubinden. Zumindest kann man den Fuß nicht abschnüren, wie es bei guten Verschlusssystemen manchmal vorkommt.
„Lace me up“ ist auf den aktuellen Werbeslogans von Nike zu lesen, womit sie ganz bewusst auf das klassische Schnürsystem hinweisen. Die Teamfahrer rund um Gigi Rüf, Nicolas Müller, Danny Kaas und Peetu Piiroinen haben so entschieden und deshalb wurde es auch so umgesetzt.

Nach fast einem Jahr im Einsatz ist unser Zoom Kaiju nur unwesentlich weicher geworden. Die Passform ist nach wie vor top und der Fersenhalt gut wie am ersten Tag. Die Nike Air Sohle dämpft Vibrationen gekonnt ab, wie man es vom Erfinder der Luftsohle erwartet. Die Verstärkung an Ferse und Hinterfuß lässt nach wie vor keine Druckstellen von Highback oder Heelcup zu.

Test: Nike Zoom Kaiju
links: unser Testboot Zoom Kaiju aus 2011/12 in imperial blue
rechts: der kaum veränderte Zoom Kaiju 2012/13 in dark/gold

Unser Modell stammt noch aus der Saison 2011/12, ist aber heuer in einem anderen Colorway nahezu unverändert wieder erhältlich. Für 2012/13 wurde dem Zoom Kaiju ein weiteres Spitzenmodell übergeordnet, der Zoom ites. Im Wesentlichen basiert er auf dem Kaiju, allerdings bietet er zwei Einsätze mit denen der Flex zur Seite reguliert werden kann.


Weitere Infos:
www.nikesnowboarding.com