Test: SP Fastec

27.12.2007

Das neue SP Fastec Heckeinstieg-System vereint Komfort und Schnelligkeit mit der Performance einer normalen Bindung

Bindungen mit Heckeinstieg sind grundsätzlich ja nichts Neues. Überhaupt schwirrt das Thema Step-In schon seit Jahren durch die Snowboardszene. Während fast alle Step-In Systeme wieder abgeschafft wurden, konnte sich Flow mit seinem Heckeinstiegsystem vor allem im Einsteiger- und Mittelsegment etablieren. Der Vorteil ist das rasche Rein- und Rauskommen, indem man den Highback nach hinten klappt. Da die Straps in einer fixen Position bleiben und nicht gespannt werden, muss man bei Flow immer einen Kompromiss zwischen leichtem Rein- und Rausrutschen und maximaler Kraftübertragung eingehen. Dies ist einer der Hauptgründe, warum viele Prorider ein konventionelles 2-Strap System bevorzugen. Das gilt natürlich nicht für alle, schließlich hat Antti Autti auf seiner Flow Bindung Weltmeister- und X-Gamestitel eingefahren. Sprich, die Entwickler sind am richtigen Weg.

Vor kurzem präsentierte die Bindungsschmiede SP ihr komplett neues Heckeinstiegsystem Namens Fastec und rief zum Test auf. Mit der Fastec will SP die Lücke zwischen Performance einer Strapbindung und schnellem Einstieg eines Heckeinsteigers schließen. Gleichzeitig soll das Feeling einer normalen Strapbindung nicht verloren gehen.

SP Fastec - Das neue Heckeinstiegsystem mit der vollen Performence einer Strapbindung

Auf den ersten Blick sieht die SP Fastec wie eine normale Strapbindung aus. An der Schnalle am Highback und den zwei Seilzügen ist allerdings zu erkennen, dass diese Bindung mehr kann. Die Besonderheit beim SP System liegt daran, dass der große Strap beim Zurückklappen des Highbacks locker wird. So kann man besonders leicht einsteigen und rutscht bis zum Anschlag am vorderen Cap-Strap. Jetzt wird der Highback hochgeklappt und anschließend noch die Schnalle des großen Straps umgelegt. Einmal korrekt eingestellt sitzt man ab sofort immer richtig und mit voller Performance in der Bindung. Nie mehr lästiges nachträgliches Pumpen an der Ratsche!

Ein und Aussteigen leicht gemacht und zugleich volle Kraftübetragung durch den fest geschlossenen großen Strap

Zum Aussteigen wird der Highback wieder gelöst und umgelegt. Der wahre Zaubertrick folgt aber erst jetzt. Wir haben noch nicht ganz dahinter geblickt wie es funktioniert, aber auf jeden Fall springt die Schnalle des großen Straps automatisch beim Umlegen des Highbacks auf und einem easy Ausstieg steht nichts mehr im Wege. Das wars!

Am Schnee haben wir uns sehr schnell an das neue System gewöhnt. Auch wenn die Erklärung lange und kompliziert klingt, ist man definitiv doppelt so schnell, vor allem beim Einstieg. Beim Fahren vermittelt die Fastec klassisches Freestyle-Feeling. Die Straps sind relativ weich, sitzen sehr angenehm und erlauben rollen und tweaken wie gewohnt. Hat man den großen Strap eng voreingestellt, ist die Kraftübertragung ident mit einer voll zugeknallten Bindung, ohne Verluste.

Wir haben Ein- und Ausstieg auf verschiedenen Hangneigungen ausprobiert, sowohl im Sitzen als auch stehend. Einmal daran gewöhnt geht es echt easy. Umstellen muss man seine Angewohnheiten, will man die Hose über dem Highback tragen. Durch das Hochklappen muss auch das Hosenbein angehoben werden, aber das geht auch. Bei den ersten Ausstiegen kommt der Highback-Hebel relativ streng rüber, aber es ist eher eine Sache des richtigen Winkels.

Wir sind nach den ersten Tests sehr angetan vom neuen SP System. Der Spagat zwischen Flow und normaler Bindung scheint perfekt gelungen. Das Fastec System hat definitiv Potential für die Zukunft, vor allem wenn man aus verschiedenen Modellen mit unterschiedlich harten Straps wählen kann.

Wir werden in den nächsten Wochen noch ausgiebig weitertesten. Natürlich halten wir euch mit Updates und Erfahrungsberichten hier am Laufenden.


Weitere Links zum Thema:
www.sp-united.com