Parallel Riesenslalom Fieberbrunn

Fieberbrunn: 12. Januar 2001 - Teil II

weitere Artikel:
Teil I: Fieberbrunn Vorschau
Teil II: Fieberbrunn Parallel Riesenslalom
Teil III: Fieberbrunn Corner Jump Challenge

Vier Schweizer auf dem Siegerpodest beim Parallel Riesenslalom der European Open, Fieberbrunn (AUT) im Rahmen der Motorola ISF Tour ($ 50.000 Preisgeld)

Die Weltmeister der Saison 99/00, Ursula Bruhin (SUI) und Ueli Kestenholz (SUI), werden "Lady und Lord of the Boards"

"Ich bin Olympiasieger und Weltmeister geworden, nur der Titel "Lord of the Boards" in Fieberbrunn hat mir noch gefehlt und ich freue mich, dass ich heute ausgerechnet gegen Christophe gewonnen habe, der im Moment in Superform ist und fast unbesiegbar schien," triumphierte Ueli Kestenholz nach dem spannenden Finale. Der Franzose Christophe Segura fährt nach langer Verletzungspause (vorletzte Saison) wieder ganz oben mit, allerdings schien ihm nach den vielen Durchgängen die Puste auszugehen, wohingegen Ueli - wie gewohnt - konditionell, mental und technisch gerade im letzten Durchgang alle Trümpfe ausspielte. "Heute hat bei mir einfach alles gepasst. Ich hatte die nötige Einstellung, denn ich wollte unbedingt diesen Titel, ich konnte mein Selbstvertrauen mit jedem Lauf festigen und die optimal präparierte, griffige Piste hat mir einfach gelegen, weil ich von Anfang bis Ende flüssig durchcarven konnte." Zunächst enttäuscht, so knapp am Sieg vorbei gefahren zu sein, war dann Christophe am Ende auch mit dem 2. Platz zufrieden. Dritter wurde der Schweizer Gilles Jaquet, der zwar im Semi-Finale gegen den letztendlich 2.-Platzierten verloren hatte, im "kleinen Finale" aber gegen Philipp Schoch (Schweiz) gewinnen konnte.

Etwas zäh hatte diese Saison für die 30-Jährige Schweizerin Ursula Bruhin begonnen, nun scheint sie langsam wieder in Fahrt zu kommen. "Ich hatte anfangs Probleme mit meiner Favoritenstellung. Der Erwartungsdruck an eine Weltmeisterin ist hoch und davon konnte ich mich nicht ganz freimachen. Nach der Disqualifizierung durch einen Tor-Fehler zu Beginn der Saison musste ich all meine Motivation wieder mobilisieren. Und ich glaube, diese Niederlage hat mir gut getan und mich bestärkt, wieder da anzuschließen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe." Doris Krings, heute einzige Österreicherin auf dem Treppchen, wurde noch überraschend Zweite, nachdem sie im zweiten Vergleich gegen Heidi Jaufenthaler (5.) einen großen Rückstand noch wettmachen konnte und gewann. "Nachdem ich die drohende Niederlage gegen Heidi so knapp wieder umgebogen hatte, war ich oben am Start hochmotiviert und unter Spannung, aber dennoch locker genug, das Board einfach laufen zu lassen. Und nachdem mein Trainer mir noch zugerufen hatte: Das ist wie ein Penalty, habe ich den besten Lauf meines Lebens heruntergebracht". Dritte wurde Steffi von Siebenthal (SUI), die glücklich darüber ist, nach langer Verletzungspause wieder konstant oben mitfahren zu können und erstmalig wieder die Führung im ranking übernehmen konnte.

Nach den US Open und Nippon Open fanden zum 2. Mal die European Open in der Alpin-Disziplin Parallel GS in Fieberbrunn/Österreich statt, wo bereits vor 11 Jahren das erste Profi-Snowboard-Event Schlagzeilen gemacht hatte und der Veranstalter weit vorausschauend eine revolutionäre und neue sportliche Dimension eröffnet hatte. Auch die Alpin-Fahrer waren einhellig der Meinung, dass Fieberbrunn sich eines European Open-Events würdig erwiesen hatte, weil es eine einmalige Mixtur aus Spitzensport und Side-Events bietet.

TV-Übertragung: 13.01.01 : u.a. Pro7-News 20.00 Uhr, N24 News 20.30 Uhr, RTL Aktuell 18:45 Uhr, 14.01. ZDF Sportreportage 17.00 Uhr. Längere Berichte: 27.01. im DSF "Stoke" 19.30 Uhr und auf RTL2 - Bravo TV am 21.1. um 14.00 Uhr sowie am 27.1. um 12.00 Uhr.

weitere Info: www.isf.net