Corner Jump Challenge

Fieberbrunn: 14. Januar 2001 - Teil III

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Teil III: Fieberbrunn Corner Jump Challenge

"Corner Jump Challenge" statt Halfpipe - "Ersatz-Event" wird voller Erfolg

Die jungen Freestyler geben beim $ 50.000 "Corner Jump Challenge" den Ton an

Lady und Lord of the Boards: Claudia Schilcher (AUT) und Keir Dillon (USA)

Zunächst hatte sich allgemeine Enttäuschung breit gemacht, als aufgrund des Schneemangels statt der legendären Superpipe von Fieberbrunn "nur" ein "Corner" gebaut werden konnte. 13.000 m3 fehlten für eine Superpipe, 2000m3 reichten für ein "Corner", das man sich so vorstellen muss: ein eisiger Schneeberg mit einem ca. 10m langen und 1m breiten Plateau, vergleichbar einem Tafelberg, dessen Gefälle so stark ist, dass man sich schwer tun würde, ihn zu Fuß zu bezwingen. Was die ca. 2000 Zuschauer zu sehen bekamen, widersprach den gedämpften Erwartungen in jeder Hinsicht. Die Freestyler der ISF (International Snowboard Federation) zeigten anspruchvolle Sprünge der Extra-Klasse und machten ihrem Namen "Freestyler" alle Ehre. Der Anlauf erfolgte mit ca. 50-70 km/h den steilen Doischberg herunter, auf dem gestern noch der Parallel Riesenslalom ausgetragen wurde, Anfahrt auf einer Seite des Corner Jumps auf 7m Höhe, Flugphase mit freestyle-tricks in atemberaubenden Höhen von ca. 5 (Damen) bis 8 (Herren) m - wie aus dem Lehrbuch, und Landung links- oder rechtsseitig, gestanden oder unsanft.

Martin Cernik (CZE), Zweiter des heutigen Wettbewerbs gestand hinterher: "Wir sind heute so hoch geflogen, dass ich während der Flugphase immer nur gehofft habe, richtig zu landen, alles andere konnte schmerzhafte Folgen haben." Klarer Favorit war der Qualifikations- und Superfinal-Sieger Keir Dillon aus Pennsylvania (USA), der sich mittlerweile auf die Big Airs konzentriert: Er mag die Show, die Zuschauer und einen spektakulären Sprung, der ihn zum Sieger oder Verlierer macht. Heute war es ein perfekter 540er mit einwandfreier Landung. "Vor dem Start gehe ich meinen Sprung noch mal in Gedanken durch, aber wenn ich auf den Corner zufahre, höre ich meine Musik und denke nur: Sei schnell genug, damit Du hoch genug springen kannst. In der Phase darf man nicht hadern, sonst hat man schon verloren." Allerdings hatte er auch harte Konkurrenz im Lokalhero Stefan Gimpl, (5.) Xaver Hoffmann aus München (GER) (6.) und dem neuen Nachwuchsstar aus Finnland, Heikki Sorsa, der mit seiner jugendlichen Unbeschwertheit bestach und schlussendlich Dritter wurde.

Auch die Damen boten eine beeindruckende Vorstellung. Die erst 19-Jährige Claudia Schilcher (AUT) steigerte sich von Sprung zu Sprung und überzeugte die Referees und Zuschauer mit stylishen double-grabs (zwei verschiedene Handgriffe an das Board während der Flugphase). Auch sie gilt als ein Nachwuchstalent im Freestyle, allerdings sagte sie hinterher: "Ich will mich jetzt noch gar nicht so einseitig für freestyle festlegen. Snowboard ist für mich eine Einheit von Freeride (Geländefahren), Freestyle und Alpin-Carven. Ich fahre im Training alles, was mir Spaß macht. Und heute bin ich so überrascht über meinen ersten Sieg in so einem Top-Teilnehmerfeld." Ähnlich wie bei Keir Dillon ist ihr Motto: Ich muss Gas geben, sonst kann ich gleich wieder nach Hause gehen. Im ISF Halfpipe-Ranking wird sie sicher demnächst auftauchen, denn sie fängt jetzt - nach einem erfolgreichen Schulabschluss und mit Sponsorenunterstützung - an, bei der Motorola ISF Tour mitzumischen. Zweite wurde Alexandra Perzul aus München (GER), die sich ausschließlich auf Big Airs konzentriert, und Dritte wurde Romina Masolini aus Italien.

TV-Übertragung: 13.01.01 : u.a. Pro7-News 20.00 Uhr, N24 News 20.30 Uhr, RTL Aktuell 18:45 Uhr, 14.01. ZDF Sportreportage 17.00 Uhr. Längere Berichte: 27.01. im DSF "Stoke" 19.30 Uhr und auf RTL2 - Bravo TV am 21.1. um 14.00 Uhr sowie am 27.1. um 12.00 Uhr.

weitere Info: www.isf.net