Boardaufbau

Das Innenleben eines Snowboards wirkt sich entscheidend auf sein Fahrverhalten aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass immer nur das Board schuld ist, wenn du auf der Piste verkantest und den Schnee küsst! Die Bauweise wirkt sich vor allem auf die Dämpfung und die Rückstellkraft (Vorspannung) aus.

Ein Snowboard ist aus den unterschiedlichsten Komponenten aufgebaut:

Sandwich-KonstruktionCap-Konstruktion
Boardaufbau

- Holz- oder Schaumkern (1)
- Obergurt (z.B. Fiberglas) (2)
- Oberbelag (4)
- bei Cap bis zur Kante heruntergezogen (3)
- Seitenwange aus Kunststoff (5)
- Untergurt (6)
- Stahlkanten (7)
- unteres Glasfaserlaminat (8)
- Polyethylen-Lauffläche (9)



1. Geschäumte Boards:

Bei dieser Konstruktion wird zwischen Unter- und Obergurt Polyurethan-Schaum (PU-Schaum) eingespritzt, der dann aushärtet. Die Herstellungsart nennt sich auch Injektionsverfahren. Mit der sogenannten Verbundbauweise, bei der Holzstreifen in den Schaumkern eingelegt werden, wiederum erzielt man eine höhere Längssteifigkeit und eine bessere Schwingungsdämpfung.
RIM- Bauweise (Reactive Injection Molding): Ein Holzkern wird mit hochverdichtetem PU-Schaum verklebt. So wird der Ober- und Untergurt durch den Schaum mit dem Holzkern verbunden.

Die meisten Anfängerbretter sind geschäumt. Allerdings gibt es auch schon sehr hochwertige Schaum- oder Verbundkonstruktionen mit sehr geringem Gewicht.
preiswert
RIM-Boards haben annähernd die Eigenschaften eines Sandwich-Boards
Schnelle Materialermüdung
(Nachlassen der Vorspannung)
mittelmäßiger Kantengriff
geringe Dynamik
eingeschränkte Lebensdauer



2. Holz-Sandwich-Konstruktion:

Diese Snowboards bestehen aus mehreren Schichten (wie ein Sandwich eben). Ober- und unterhalb eines Holzkerns wird in Handarbeit ein Fasergelege aus Polyester, Karbon oder anderen Materialien gelegt (Ober- und Untergurt). Das ganze wird zusammen mit den Seitenwangen und den Stahlkanten in einer Form fixiert und mit Epoxy-Harz getränkt bzw. verklebt (laminiert). Durch "backen" bei 100°C härtet das Snowboard aus.
Gute Kombination aus Dämpfung und Rückstellkraft (Vorspannung)
geringes Gewicht und lange Haltbarkeit.
Die Boards haben dynamische Fahreigenschaften und der Kantengriff bleibt lange erhalten.
Aufgrund von Handfertigung höherer Preis



3. Schalenbauweise (Cap):

Bei dieser Bauweise besteht der Obergurt und die Seitenwangen aus einem Stück. In diese Schale werden der Kern (Holz, Schaum oder kombiniert), die Kanten, der Untergurt und die Lauffläche eingelegt und verklebt.
Gute Kräfteverteilung
verwindungsarm
leichter
einfachere Produktion, daher preiswerter
Wegen der fehlenden Seitenwangen sind Cap-Boards anfälliger auf seitliche Schläge von Steinen. Schäden sind auch schwerer zu reparieren



4. Torsionskasten-Prinzip:

Eine sehr aufwendige und teure, vor allem bei Alpin-Board angewandte Bauweise ist das Torsionskasten-Prinzip: Um den Holz- oder Schaumkern wird ein Fieberglasschlauch laminiert (=Torsionskasten). So befindet sich das Glasfasermaterial auch im senkrechten Bereich und macht das Brett stabiler und verwindungsärmer.

Der allgemeine Trend geht hin zu immer leichteren Snowboards. Vor allem beim Freestyle sind leichte Bretter einfacher zu kontrollieren. Man versucht durch verbesserte Schaumkerneigenschaften oder leichtere Holzarten das Gewicht zu reduzieren. Eine andere Möglichkeit ist das Einfräsen von Nuten in Längsrichtung in den Holzkern, damit Luftkammern entstehen.
Honeycomp ist ein wabenartiges Geflecht, das leichter als Holz ist und in den Holzkern eingelegt wird. Killer Loop verwendet bei seinen Boards Glasfaserröhren (Tubes) als Kernmaterial und erreicht so eine weitere Gewichtsreduktion.


Die Lauffläche:

Der Belag der Lauffläche beeinflusst das Fahrverhalten deines Snowboards sehr stark. Er besteht aus Polyäthylen.
Ein extrudierter Belag hat eine geringe Wachskapazität, ist aber schneller als ein selten gewachster gesinterter Belag. Boards mit extrudierten Belägen gleiten auch in ungewachstem Zustand noch einigermaßen gut. Er ist zwar etwas kratzerempfindlicher, die Schrammen können aber relativ leicht mit einem P-tex Stift ausgebessert werden.
Der teurere gesinterte Belag kann sehr viel Wachs aufnehmen, ist abriebfester und schneller als ein extrudierter Belag - wenn man ihn regelmäßig (alle paar Tage!) einwachst. Durch einen Steinschliff bekommen gesinterte Beläge eine Oberflächenstruktur, mit der sie mehr Wachs aufnehmen können.
Die schwarzen Graphitbeläge können gesintert oder extrudiert sein. Graphit reduziert die Reibung und ist schmutzabweisend, das Board ist vor allem bei extrem warmen Schneeverhältnissen schneller.