KICKFLIP IM SCHNEE?

Für alle Freunde des Skateboardfeelings, die sich nur gezwungenermaßen eine Bindung anschnallen gibt es nun die Alternative. Wie es die Amy`s in mehreren Videos bereits gezeigt haben, werden Rails und Kicker im Schnee seit geraumer Zeit auch ohne fester Verbindung zwischen Board und Fahrer bewältigt.
SNOWDECK heißt der neue Gag der Snow-Skate-Szene, und auch in der Industrie.


Wer noch immer nicht weiß wovon die Rede ist, hier
die Erklärung.
Ein Snowdeck ist ein Skateboard für den Schnee oder ein kleines Snowboard ohne Achsen und Rollen. Dies hat den Vorteil, daß nun alle Tricks die mit einem Skateboard möglich sind auch am Schnee ausgeführt werden können. PopShove-its, Kickflips, Varial 360`s,... um nur ein wenig die Phantasie anzuregen.

slide
Wir, sowie unsere Freunde und Teamrider haben fast zwei Monate lang für Euch die 2 bekanntesten und innovativsten Decks auf Ihre Gebrauchstauglichkeit und den Spaßfaktor getestet.
Zum einen das
BURTON JUNKYARD, zum anderen das
SNOWDECK
von PREMIER.
Beide Boards zeigen eine Skateboardähnliche Größe und Form, sind aber bei näherer Betrachtung gänzlich verschieden.


Testdummie: Seppi Scholler


Aufbau:
Das BURTON JUNKYARD besteht eigentlich aus zwei Brettern, einem Ober-, und einem Unterdeck. Das Oberdeck ist wie ein Skateboard beschaffen, aus verleimten Brettschichten, konkav gebogen, mit Nose und Tail und einem Moosgummi der das herkömmliche Griptape ersetzt. Das Unterdeck ist eigentlich ein Minisnowboard, ganz wie seine großen Brüder mit umlaufenden Stahlkanten und Tailierung. Wiederum sind Nose und Tail aufgebogen, der Belag entspricht einer normalen Snowboardbase.
Als Verbindung der einzelnen Decks verwendet BURTON 4 runde Kunststoffstangen die wie Achsen am Oberdeck angeschraubt sind.
Gesamt gesehen steht man auf einem Skateboard, welches statt auf Rollen auf einem Minisnowboard sitzt. Einzig der etwas geringere Höhenabstand zum Boden verändert das Skateboardfeeling unwesentlich.

decks

Beim PREMIER SNOWDECK findet man eine wesentlich simplere Konstruktionsweise vor.
Das Deck besteht komplett aus Kunststoff und ist an Nose und Tail aufgebogen. Ein Moosgummi ersetzt auch hier das Griptape, um im feuchten Schnee genügend Reibung zu bieten. An der Unterseite findet man längliche Rillen in der Base, durch die wahrscheinlich das Wasser beim Fahren abrinnen soll. Auffallend ist, daß das nicht taillierte Brett sehr weich ist, und wenig Torsionswiderstand besitzt.

Pisten-Fahrverhalten:
Was sich keiner von uns Anfangs vorstellen konnte, funktioniert mit dem BURTON Snowdeck einwandfrei. Man kann ohne Probleme leichte und mittlere Pisten mit Driftschwüngen, Schrägrutschen und sogar gecarvten Turns befahren. Einfach eine gute Standposition, ähnlich der am Skateboard, suchen und ab gehtís. Jeder der Snowboarden kann wird auch sofort mit dem JUNKYARD zurechtkommen. Allerdings darf man beim Pistenfahren keinesfalls auf einen Fangriemen verzichten, die Snowboardbase ist extrem schnell und das Deck wird, einmal entwischt, zum Torpedo im Schnee. An dieser Stelle empfehlen wir allerdings nicht den Standart Fangriemen zu verwenden, da sich dieser aufgrund seiner Länge immer wieder unter die Stahlkanten geschoben hat. Wesentlich besser eignet sich die sogenannte Air-Leash, zu Deutsch jene Fangriemen mit Telefonkabel.
Mit dem PREMIER BOARD hatten wir auf der Piste so unsere Probleme. Kanten ist aufgrund des fehlenden Hebelarms nicht möglich, was wiederum das Schwüngefahren eigentlich fast unmöglich macht. Auch Richtung zu halten ist nicht gerade einfach, da das Flache Board nur allzuleicht der Hangneigung folgt.
Mit diesen Erkenntnissen gingen wir in den Funpark.

Springen und Sliden:
Für den Anfang versuchten wir uns an kleinst-Kickern eigentlich mehr nur Schneehügel.
Außerdem boten uns zwei Heurigenbänke die ideale Möglichkeit die Slide-Eigenschaften zu testen. Beim PREMIER Deck gestaltete sich die Anfahrt sowohl bei Kicker als auch Rail aufgrund der oben beschriebenen Fahreigenschaften wesentlich schwieriger. Erst als die Spur eine deutliche Richtung vorgab, stellte sich der Erfolg ein.
Beim Boardslide über die Bank zeigten sich die Vorzüge des PREMIER, da die Nähe zum Rail ein besseres Handling und mehr Sicherheit vermittelt als der durch die zwei Boards hervorgerufene Abstand des JUNKYARDS. Kurzer Gewöhnung bedarf allerdings der weiche Flex beim Premier.
Grinden stellt für keines der Boards eine Schwierigkeit dar. Auch Sprünge über den Kicker angefangen von diversen Grabs bis zu Flips sind mit ein wenig Übung für gute Skater machbar.
jump
Fazit:
Wer einen guten Snowboardtag mit einer gemütlichen Skate-Session untermalen will dem sei ein Snowdeck sehr zu empfehlen. Doch nicht nur am Berg sondern auch im Flatland kann man beim ersten oder letzten Schnee seinen Spaß haben, es reichen schon wenige Kubikzentimeter.
Abschließend bleibt zu sagen, daß all jene, die vorhaben im Park und auf der Piste zu trickseln, mit dem BURTON JUNKYARD voll auf ihre Kosten kommen werden. Starke Olliepower, ein überzeugender Kantenhalt und super Schwungeigenschaften sprechen für das Board.
Wer fast ausschließlich am Rail daheim ist, der wird mit dem PREMIER SNOWDECK viel Spaß haben. Die guten Slideeigenschaften zeichnen dieses Deck in erster Linie aus.

Bereits jetzt auf den Gletschern und auf jeden Fall kommende Saison habt Ihr die Möglichkeit die Bretter selbst zu testen. Von PREMIER kommen übrigens im Herbst verschiedene Größen und auch ProModells.
BURTON wird Euch im Rahmen der Demo Tour zusätzliche Testmöglichkeiten bieten.