21.11.2001 State of the art

Do the right thing

by chegemaura

Der Frejn hat also doch recht gehabt, als er mir vor einem halben Jahr erzählte, dass die Freestyle-Lebensphilosophie dem wahren Boarder besser steht. Und darum werde er als Präsident der ASA (Austrian Snowboard Association) dem Verband eine Wendung zu mehr Lifestyle und Jugendkultur verpassen. Was der Alpinweltmeister aus den Tagen, als die Racer noch nicht in Verbindung mit Leistungssportzentren und Olympiastützpunkten gebracht wurden, damals auch gleich machte, war eine Rundfahrt zu den besten Freestylern des Landes. Nach den Talks mit den Freaks war Frejn klar, die Jungs angeführt von Air&Style-Bestimmer Stefan Gimpl und den Halfpipe-Idolen Steve Gruber oder Friedl Kolar, stehen hinter der Idee.
Die Sponsoren konnten mit dem Vorschlag ebenfalls gut leben und im Nu war eine Super-Nine-Serie mit Halfpipe, Big Air, Freeride und Snowboardcross quer durch das Land organisiert.

Der ersten Prüfung wurde das neue Produkt – mit dem klingenden Namen klax.max. snowboard jam by ASA – am vergangenen Wochenende am Dachstein unterzogen. Fazit: eine gelungene Premiere. 110 Rider tummelten sich in einer guten aber nicht überragenden Pipe. Die Stimmung rundherum war angenehm chillig aber trotzdem nie fad. Der Winner bei den Jungs nutzte ganz klar seinen Heimvorteil. Bernd Mandlberger aus Irdning bei Schladming smokte die Pipe schon im ersten Lauf clean und ließ dem hochkarätigen Starterfeld (Friedl Kolar, Andi Monsberger, Joachim Köffler – um nur einige zu nennen) keine Schanze. Das Besondere daran: Bernd ist zwar schon 25 aber erst seit zwei Monaten Pro. Nach zehn Jahren als Tischler schmiss der brother von Flo Mausser den Hobel ins Eck und wird heuer nur noch onboard Gas geben. Wenn er weiter so rockt wie am Dachstein, wird´s eine gute Saison. Versprochen.

Auch die Alpinen waren am Wochenende aktiv.
Beim Nokia FIS Weltcup in Tignes haben gerade im Olympischen Parallel-GS die Ösis Siege geholt. Stefan Kaltschütz und Doris Günther. Letztere ist wie Bernd Mandlberger eine Spätstarterin. Die 23jährige fuhr erst vor drei Jahren ihr erstes Rennen.

Ride safely


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8.11.2001
Gletscherauftakt ohne offizielles Gletscher-Opening


by el-griko

Wie alle Jahre wieder ist der Herbstübergang eine zache Angelegenheit. Noch kein Schnee unter 2700m, da bleibt nur, einen der umliegenden Gletscher aufzusuchen. So auch wir, snowboard.at besuchte vergangenes Wochenende das Kitzsteinhorn bei Kaprun.

Fast ein Jahr nach der Tragödie vom 11.11.00 war kaum noch etwas zu bemerken.
Ein Vorhang verhüllt den Einstieg zur Schrägseilbahn im Alpincenter. In der Talstation verdeckt die neue, mit blauem Glas verkleidete Hightech Liftstation, den alten Bau.
Überall stehen schon die mächtigen Stützen für die auf zwei parallelen Seilen geführte Gletscherseilbahn, die noch Ende des Jahres in Betrieb gehen soll. Offiziell werden derzeit nur halb so viele Personen wie normal auf den Gletscher gelassen, da die Förderkapazität nicht ausreicht. Trotzdem war der Parkplatz bereits um 9:30 komplett voll, fragt sich nur wo die Leute parken wenn doppelt so viele Tickets verkauft werden.

Nichtsdestotrotz schafften wir es nach ca. 1h Warten auf das Gletscher Plato.
Und all diese Massen obwohl heuer erstmals seit vielen Jahren kein Snowboardopening stattfand. Doch strahlender Sonnenschein und guter Schnee kompensierten die Strapazen des langen Anstellens. Im üblichen Funpark des Kitz tummelten sich viele der Salzburger Locals, unter ihnen auch Mr.Air&Style Stefan Gimpl. Das Wetter hielt alle drei Tage, und da die Kicker täglich geshapt wurden vermisste keiner das Fehlen des offiziellen Openings. Gemütliche Sessions leiteten einen gemütlichen Saisonauftakt auch im Salzburger Land ein.

Gespannt auf die neue Seilbahn und was der Winter noch so bringen wird,

tuats euch net weh


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31.10.2001 - Ausflug zum Planeten der Skifahrer

by chegemaura

Tagten wir vor nicht einmal zwei Wochen bei der ersten Zusammenkunft der Boardergemeinde, so verschlug es meine Peinlichkeit über das lange Nationalfeiertags-Weekend nach Sölden zum Auftakt des Skiweltcups.
Bilanz: Welch ein Fest! Man vergegenwärtige sich nur folgendes Szenario: Die Kronen Zeitung - für unsere deutschen Freunde: das ist das Pendant zu eurer Bild - stellt einen Truck als Bühne mitten im Ort auf, auf welcher Harry Prünster (so eine Art B-Zug Karl Moik) zu den Klängen von Draffi Deutscher und Geier Sturzflug singt, danach der österreichische Slalomfahrer Rainer Schönfelder sein gesangliches Erstlingswerk auf CD - sinnigerweise interpretiert der Kärntner Zweibrett-Rastamann den Gassenhauer "Schifoan" von Good Old Woifal Ambros gleich in drei verschiedenen Versionen (welch grandiose Idee im Zeitalter des Cover-Remix-Featurings) - präsentiert, und last but not least in der Söldener Freizeitarena das Oktoberfest zelebriert wird. Wird euch schon warm ums Herz?

Und dabei war nicht einmal der allerbeste Skifahrer, Herminator Maier, mit von der Partie, weil der ja bekanntlich die Blessuren seines Motorrad-Slams auskuriert. Sportlich war's trotzdem hochwertig, nur beim Style - der Hammer sind so Filzcowboyhüte mit einer Art Vogelnest als Dach - gibt's halt verantwortungslose Mängel. Aber das kriegen wir schon noch hin: Mit Begriffen wie Carven oder Feeride hat sich das Skivolk anfangs auch schwer getan, und jetzt missbrauchen sie die Begriffe in eigener Sache. Übrigens: Michi Dorfmeister ist echt eine Nette und Lustige - und hat den Riesentorlauf gewonnen. Props to her.

ride safely

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Start me up 24.10.2001
by chegemaura

Jetzt stehen wir also mitten in der neuen Snowboardsaison. Denn am vergangenen Wochenende tummelte sich die Shredder-Community traditionellerweise beim snowboarder Opening im Kaunertal - das Kick-Off-Festival feierte quasi einen "runden" Geburtstag und wurde sweet sixteen. (Das Durchschnittsalter der mehreren tausend Opening-Gäste dürfte ebenfalls in diesem Bereich gelegen sein.)

Das Kaunertal hat wieder einmal bewiesen, dass es die Boarder immer noch magnetisch in Massen anzieht. Wundern braucht's niemanden, denn auch die Prominenz war stark vertreten: Ob die Ästhetiker rund um Steve Gruber, Friedl Kolar, Andi Egger und Beckna Eberharter oder Big-Air-Gott Stefan Gimpl , die Austrian Freestyle Queen Nici Pederzolli oder Germanys Xaver Hoffmann und Swiss-Rocker Gian Simmen.

Aufs Party feiern wurde logischerweise auch nicht vergessen. Schon am Freitag kochte das Festzelt in Feichten. Die Deutsch-Punker Nitro Junkies und Stimilion lockten alle heftigen Pogo-Tänzer aus der Reserve. Nicht minder gerockt wurde beim Big Air am Gletscher, den sich der Schweizer Joel Strecker sicherte (siehe Bericht)
- leider war der Kicker aus Schneegründen nicht wie im Vorjahr direkt beim Gletscherparkplatz, sondern nur mit dem Schlepper erreichbar.

Auch wenn das Wetter nicht sonderlich mitgespielt hat, war das Opening wieder ein Klassiker und macht Lust auf mehr. Ob Air&Style oder Fieberbrunn, der Winter hat noch genug zu bieten. (Weniger wünschen wir uns nur bei der Präsenz der Exekutive - ein zur Drogenkontrolle umfunktionierter Recyclinghof ist doch ein wenig übertrieben.)

ride safely