18. März 2001

Motorola ISF Tour, US Open Stratton/VT; Halfpipe Finale beendet, Preisgeld: US$ 70.000.-

- Daniel Kass (USA) und Natsza Zurek (CAN) gewinnen den Halfpipe-Wettbewerb der US Open. Abe Teter (USA) und Shannon Dunn (USA) werden Zweite, Daniel Franck (NOR) und Gretchen Bleiler (USA) nehmen jeweils die dritten Plätze auf dem Treppchen ein

- Die US Open begannen mit einem Paukenschlag! Burton: "US Open wichtiger als Länderquote für Olympia"
Die 19. Ausgabe der Veranstaltung mit der längsten Tradition bezüglich Snowboard-Rennen, die US Open in Stratton Mountain/Vermont, erreichten ihren Höhepunkt mit dem Halfpipe-Finale!

Eine gut präparierte Superpipe, weit über tausend begeisterte Fans, ein klarer blauer Himmel, angenehme Temperaturen, ein "Jam Final" (erlaubte den Fahrer/Innen innerh. 1 Std. bzw. 40 Min. so viele Läufe zu absolvieren, wie sie wollten) und, nicht zu vergessen, die weltbesten Halfpipe-Fahrer/Innen, die um den Motorola ISF Championship Titel kämpfen, das waren die ´Zutaten` für einen perfekten Snowboard-Tag!

Der 18Jährige Daniel Kass aus New Jersey konnte letztendlich seine fantastische Form von der Quali bis zum Finale durchziehen und gewann daher die US Open. "Ich bin begeistert, denn die US Open bedeuten mir sehr viel. Die anderen waren heute ja auch sehr gut, daher hatte ich den Sieg gar nicht erwartet! Die Jam Session im Finale hat mir sehr geholfen. Ich konnte Einiges ausprobieren, denn dabei wird ja nicht jeder einzelne Lauf bewertet", freute sich Kass. Die Höhepunkte seines Sieges-Laufs waren der "BS 720ies" (2fach-Drehung über die Backside-Kante) zum "McTwist" (1,5fach) und sein ganz spezieller Trick "die Kass-roll".

Der Motorola ISF World Champion Titel wird erst in drei Wochen bei den Final-Wettbewerben in Davos/Schweiz vergeben, die Entscheidung ist noch lange nicht gefallen. Die Führende bei den Frauen, Stine Brun-Kjeldaas (NOR), hat in Stratton nicht einmal das Semi-Finale erreicht, der Führende bei den Männern, Gian Simmen (SUI), wurde heute "nur" Neunter. Es wird sicher schwer, ihn noch einzuholen, aber rein theoretisch haben Shaun White (USA), Therry Brunner (SUI) und Ross Powers (USA) noch die Möglichkeit, den Titel mit dem größten Prestige im Snowboard-Sport zu gewinnen, den Motorola ISF Tour Champion.
Schlechte Nachrichten für den Snowboardcross, der für morgen geplant ist: Aufgrund mangelhafter Kurs-Bedingungen weigerten sich alle Top SX-Fahrer, bei den ursprünglich für heute geplanten Zeitläufen zu starten. Da es dem Organisator nicht möglich war, den Kurs erneut innerhalb des verbleibenden Zeitrahmens zu präparieren, degradierten die ISF-Verantwortlichen das SX-Rennen zu einem Continental Open. Voraussichtlich wird daher morgen keiner der Top-Fahrer/Innen starten. Es verbleiben daher nur noch zwei weitere SX-Rennen: Sunday River (US) und Laax/SUI (Finale) wird den Tour Championship Titel entscheiden.

Die Ergebnisse der Top 10 Männer:
1. Kass USA , 2. Teter USA, 3. Franck NOR, 4. Hoffmann GER (Murnau), 5. Brunner SUI, 6. Dillon USA, 7. Powers USA, 8. Kratter G. ITA, 9. Simmen SUI, 10. Hítz SUI.

Ergenisse Top 10 Frauen:
1. Zurek CAN, 2. Dunn, USA 3., Bleiler USA, 4. Clark USA, 5. Richon SUI, 6. Byrnes USA, 7. Thoresen NOR, 8. Johnson USA, 9. Stacey USA, 10. Vidal FRA.

Die Gewinner-Interviews können Sie sich auf www.isf.net (RECENT NEWS!) anschauen/-hören.


Die US Open begannen mit einem Paukenschlag!
Burton: "US Open wichtiger als Länderquote für Olympia"
(es folgt eine Zusammenfassung der Veröffentlichung vor Beginn der US Open)


Drei Top-Profis (Halfpipe) aus den USA haben entschieden, die US Open (ISF Champ. Veranstaltung) dem FIS World Cup in Ruka (Finnland), der letzten größeren FIS-Snowboard-Veranstaltung, vorzuziehen. Voraussichtlich werden die U.S. daher nur einen Vertreter in der Halfpipe zu den Olympischen Spielen schicken können, statt - wie die meisten anderen Länder- vier oder fünf Athleten.

Es handelt sich hierbei um einen Termin-Konflikt in der 2. Märzwoche zwischen einer nach Punkten hochbewerteten FIS-Veranstaltung (war in dieser Saison neu hinzugekommen) und der ältesten Prestige-Veranstaltung für Snowboard-Profis, den US Open (seit 19 Jahren!), einem ISF Championship-Event.

Angesichts der aktuellen FIS-Weltrangliste war dies für den Bronzemedaillengewinner von Nagano, Ross Powers und seine Kollegen Shaun White und Keir Dillon eine schwere Entscheidung: Sie hatten die Wahl, nach Ruka, FIN, zu gehen und dort möglicherweise drei weitere Startplätze für die USA bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 zu sichern, um sich danach eventuell persönlich dafür qualifizieren zu können oder an der größten und wichtigsten Snowboard-Veranstaltung im Jahr, den US Open, teilzunehmen.

Unabhängig voneinander kamen sie alle drei zu dem Schluß, dass ihnen ein Titel bei den US Open wichtiger sei. Insgesamt wird bei so einer Entscheidung klar, dass irgendetwas an dem System nicht stimmen kann, wenn begabte Athleten in derartige Konflikte geraten, um zu Olympia zu kommen.: Die FIS hat einige der besten Snowboard-Fahrer der Welt ausgegrenzt, indem sie versucht, ihr Monopol bei internationalen Snowboard-Veranstaltungen auszubauen.

Viele ISF-Fahrer und die Snowboard-Industrie haben schon lange bemängelt, dass dieses vom IOC und der ski-geprägten FIS gebilligte System den Fahrer/Innen und dem Sport schadet: Die Fahrer/Innen müssen ihre Karrieren vernachlässigen, die ISF verliert ihre Fahrer auf der Tour und die Sponsoren dürfen für Ihre Produkte nicht durch die Athleten werben.

"Ich habe mich für die US Open und gegen Ruka [Finnland, das letzte FIS-event] entschieden, weil ein Gewinn bei den Open wichtiger ist für meine zukünftige Karriere." sagte Keir Dillon. "Ich muß an die ISF Tour Sponsoren und an meine eigenen Sponsoren denken. Finnland ist nicht wichtig für sie. Keiner wird später danach fragen, was ich an diesem Wochenende in Finnland gemacht habe, wenn ich dort starten würde. Aber jeder erinnert sich an die US Open."

Um zu den Olympischen Spielen zu kommen, müssen die Athleten wichtige ISF Veranstaltungen versäumen, und FIS-Punkte bei FIS-Events jagen. Sie müssen schlecht präparierte Halfpipes akzeptieren und riskieren daher ihre Gesundheit. "Die FIS-Tour war qualitativ in diesem Jahr wirklich unvereinbar, " meinte Ross Powers, der bereits Bronze bei Olympia gewann und US-Open Champion von 99/00 war.

Dennoch, es war keine leichte Entscheidung für die drei. "Powers hat ja bereits eine Medaille, Shaun hat mit seinen 14 Jahren noch ein wenig Zeit. Keir´s Entscheidung war vermutlich die schwerste von allen," so der Burton Team Manager, Vince LaVecchia, "ich denke aber, wenn die Jungs wirklich wert auf Olympia legen würden, hätten sie diese Entscheidung schon viel eher in der Saison getroffen, dann wäre es dazu nie gekommen. Es zeigt zumindest, dass die FIS Tour und Olympia wohl vielen Fahrern nicht so viel bedeuten. Für´s Snowboarden ist es halt nicht wirklich wichtig, aus welchem Land du kommst."

Wenn Sie noch mehr über die Hintergründe dieses Konflikts zwischen der ISF und FIS erfahren wollen, und die o.a. komplette Version der Veröffentlichung nachlesen wollen, (Geschichte, Länderquotenregelung, Qualifikationsmodus und...die Zukunft) gehen sie auf unsere website: www.isf.net oder kontaktieren Sie uns direkt per tel/fax oder e-mail (s.u.).