FREESTYLE SURFEN

CHRIS SAMMER im Interview über Reglement & Tricks

Windsurfprofi Chris Sammer erklärt uns die wichtigsten Regeln, Moves und Bewertungskriterien zur Disziplin "Freestyle Surfen".


Was hat es mit der relativ neuen Disziplin „Freestyle“ beim Windsurfen auf sich:
Die Disziplin Freestyle im Windsurfen hat uns Jungs aus Europa, die Chance gegeben, uns mit den Vollprofis zu messen, und ihnen auch teilweise ein „Haxl“ zu stellen, obwohl wir nicht dauernd in Maui oder Gran Canaria trainieren.
Grundsätzlich hat Freestyle den Windsurfsport wieder sehr belebt. Ich finde es echt cool, wenn man sieht wie jung und alt, irgendwelche Manöver versuchen und nicht mehr nur dahin „speeden“.



Worum geht es beim Freestyle Surfen:

Es geht grundsätzlich darum, die Judges mit diversen Sprüngen und Segeltricks zu beeindrucken. Der Vorteil ist, dass man nicht auch noch auf Wellen warten muss, um einen Contest fahren zu können. 4-5 Windstärken und eine Lacke reichen aus, um spektakuläre Tricks zu fahren.

Rider: Chris Sammer


Der perfekte Run:
Ein harmonischer Heat ohne zu fallen ist das Beste. Bei dem heutigen Level kommt man mit einem Standard-Run oft nicht einmal über die erste Runde hinaus. Deshalb heißt es fast immer, Vollgas zu geben. You don´t risk, you don´t win!


Was kommt bei den Judges gut an:
Alle neuen superschwierigen Moves hintereinander zu bringen. Sie achten vor allem darauf, dass diverse Moves nicht wiederholt werden.


Bewertung:
Die Judges bewerten nach den Kriterien:
• Schwierigkeit der Manöver,
• Vielzahl verschiedener Manöver, und
• Style
Beim Style hat jeder seine eigenen Ansichten, trotzdem gewinnt fast immer der Bessere.


Wie viele Judges gibt es, und welche Aufgaben
haben sie:

Bei den PWA Wettkämpfen gibt es zwischen 3 und 5 Judges. Sie beobachten jeweils zwei Fahrer, schreiben ihre Moves auf, und geben dann Punkte. Die Entscheidung fällt entweder 3:0 oder 2:1 aus.



Standard-Manöver:
Einfach immer dabei ist ein Vorwärts-Loop. Obwohl er bei weitem nicht mehr der schwierigste Trick ist, sollte man ihn in den Run einbauen.
Weiters ist da der "Spock" in seinen verschiedensten Varianten - einhängig, 540, 720 usw. Der Spock besteht aus einer 180 grad Board-Drehung in der Luft, gefolgt von einer weiteren 180 Grad Drehung am Wasser - geslidet.
Weitere Standardmanöver nennen sich „Swayze“ oder „Flaka“, Grubby“ und „Ponch“


Welche Tricks sind heuer neu:
In dieser Saison besonders in Mode ist es, alle Moves Switch-Stance zu fahren. Das heißt, die Füße stehen eigentlich genau in den verkehrten Schlaufen. Zum Beispiel ein „Switch-Stance Swayze“, „Switch Grubby“ oder ein „Switch-Stance spock clew first“.


Was dürfen wir vom Chris Sammer erwarten:
Bei den Switch-Stance Moves fehlt mir noch ein wenig die Sicherheit, um sie zu 100% im Contest zu bringen. Aber in einem Monat wird das hoffentlich OK sein. Ich bin voll motiviert und will zumindest in die Top 3.


Nach welchen Ridern und Moves sollte man
Ausschau halten:

Der Move der mich im Moment am meisten reizt, ist der „Switch-Stance Chachoo“ (nicht mehr beschreibbar) - ich bin knapp dran, und gespannt wie es den anderen dabei geht.

Besonders heiß ist die ganze Venezuela Abteilung und natürlich die Jungs, die den ganzen Winter in Maui waren. Wer weiß, vielleicht gibt es inzwischen schon wieder komplett neue Moves. Remko de Weerd (der Vorjahressieger in Podersdorf) dürfte wieder ein heißer Tipp sein.


Warum Podersdorf:
Podersdorf ist das Freestyle Mekka in Österreich, die Conditions um Freestyle zu trainieren sind einfach perfekt. Wenn man fällt ist man schnell wieder am Board und der Wind ist meistens ein wenig besser als am Rest des Sees.
Irgendwie hat sich in den letzten Jahren einfach in Podersdorf die Szene entwickelt, warum genau dort, weiß ich auch nicht. Für uns Surfer wäre es natürlich gut, wenn die Eintrittspreise etwas billiger wären.


STECKBRIEF:
• Name: Christian Sammer
• Alter: 23
• Years surfing: 15
• Best results: 1. Pannonia Soul Classic 99, 00, 01
• Lieblingscontest: Fuerteventura und natürlich Podersdorf
• Lieblingsspot:
Scarborough, Südafrika
• Sponsoren:
F2, Arrows, Hangloose Surfshop, Eskimo, windsurftravel.net


Zum Schluss:
Ich freue mich schon wahnsinnig auf den Contest, die Parties und darauf, die Jungs nach der Winterpause wieder zu sehen.
Hoffentlich ist uns der Wind auch dieses Jahr wieder treu. Es wird sicher saugeil, Grüße an alle!


Interview: el_griko