Damen PGS, 23.2.2006

Nochmal Gold für die Schweiz - Meuli gewinnt:
Auch bei den Damen geht Olympisches Gold im Parallel-Riesenslalom an die Schweiz. Daniela Meuli, die 24-jährige Weltcup-Führende im PGS, besiegte im Finale die 18-jährige Amelie Kober aus Deutschland, die alles riskierte und mit einer beeindruckenden Leistung Silber holte. Bronze ging and die US-Amerikanerin Rosey Fletcher.

Doris Günther, schnellste Österreicherin der Qualifikation mit Platz 8, verlor im Semifinale den ersten Run gegen Amelie Kober. Die 27-Jährige aus Zell am See musste somit trotz beeindruckender Aufholjagd im 2. Lauf ins kleine Finale um Platz drei. Durch einen Fehler beim dritten Tor verschenkte sie den Sieg im ersten Lauf gegen Rosey Fletcher, konnte den Rückstand von 1,5 Sekunden im zweiten Lauf auch nicht mehr aufholen und landete auf dem unglücklichen 4. Platz. "Es ist eine große Enttäuschung für mich. Nach meinen Leistungen im Achtel- und Viertelfinale, habe ich nicht mit so etwas gerechnet. Beim ersten Fehler war ich überrascht, beim zweiten habe ich gerade das Fehlertor passiert und schon war ich weg."

Für die zwei Cousinen Doresia und die erst 22-jährige Heidi Krings, kam das out im Achtelfinale, wo beide gegen die Favoritinnen aus der Schweiz antreten mussten. Manuela Riegler schaffte die Qualifikation nicht und belegte in der Gesamtwertung schließlich Platz 28.

Ergebnisse im Überblick
1. Daniela Meuli (SUI)
2. Amelie Kober (GER)
3. Rosey Fletcher (USA)
4. Doris Günther (AUT)
5. Jekaterina Tudigeschewa (RUS)
6. Julie Pomogalski (FRA)
7. Ursula Bruhin (SUI)
8. Swetlana Boldikowa (RUS)

Herren PGS, 22.2.2006

Bei gutem Wetter fanden die weltbesten Alpinboarder einen schnellen Kurs vor, auf der aufgrund der Schneefälle etwas weicher gewordenen Piste. Die Schweizer Brüder Schoch gingen als haushohe Favoriten ins Rennen und wurden ihrer Rolle auch gerecht. So durften sie am Ende das PGS Finale unter sich austragen. Dort besiegt Philipp Schoch seinen älteren Bruder Simon, und wird zum zweiten Mal Olympiasieger. Platz drei geht an den Sigi Grabner, der das ÖSV Snowboard Team einmal mehr "raus rettet", wie vom ÖSV Betreuerstab so schön formuliert.

Sigi Grabner besiegt im kleinen Finale Mathieu Bozzetto aus Frankreich. Bozetto hatte schon Probleme in der Quali, kämpfte sich dann aber erstaunlich bis ins Semifinale. Nach einem Sturz in Lauf eins sind alle Tore offen für Sigi Grabner, der seine erste Olympia-Medaille sicher nach Hause fährt.

Für die übrigen Österreicher war deutlich früher Schluss. Alex Maier verpatzte die Qualifikation, Prommegger und Walder blieben in den Erstrunden- Finalduellen auf der Strecke.
  Sigi Grabner und seine Geheimwaffe - SG Snowboards  
Bronze strahlt für den 31-jährigen Kärntner wie Gold:
"Ein Wahnsinn! Ich hab alles gewonnen, nur bei den Olympischen Spielen lief es nie so rund. Und jetzt die Medaille bei Olympia - das rundet das Ganze auch seelisch ab!" freut sich Österreichs erfolgreichster internationaler Snowboarder (u.a. Weltmeister, Europameister, Gesamtweltcupsieger).
Seit 12 Jahren ist Grabner in der Weltspitze präsent. Sein Augenmerk in der Saison 2005/2006 lag klar auf den Spielen, sogar ein eigenes Raceboard mit Namen "Torino" von SG Snowboards by Sigi Grabner entwickelte er für dieses Highlight. Zweimal konnte er bereits auf der olympischen Piste von Bardonecchia im Weltcup gewinnen (2002 & 2004), heute reichte seine Leistung für einen weiteren Stockerlplatz.

Damit sind Gitti Köck und Sigi Grabner die einzigen österreichische Snowboarder im Besitz einer Olympiamedaille. (Köck holte Bronze in Nagano 1998). Wie auch Gitti Köck kommt Sigi Grabner aus dem ehemaligen ISF Lager (von dem oft gesagt wurde, es hätte die besseren Rider hervorgebracht) und waren nicht von Beginn bei der FIS dabei.

Ergebnisse im Überblick:
1. Philipp Schoch (SUI)
2. Simon Schoch (SUI)
3. Siegfried Grabner (AUT)
4. Mathieu Bozzetto (FRA)
5. Heinz Inniger (SUI)
6. Dejan Kosir (SLO)
7. Rok Flander (SLO)
8. Gilles Jaquet (SUI)