US Festspiele in der Olympischen Halfpipe

Shaun White und Hannah Teter schnappen sich Olympisches Gold. Das US Team setzt den Olympischen Pipe-Erfolg nach Salt Lake City überzeugend fort. Insgesamt gehen vier von sechs Medaillen, jeweils Gold und Silber, nach Amerika. Dani Kass landet bei der Herren noch vor dem Finnen Markku Koski auf Platz 2. Bei den Damen ist es die Mitfavoritin Gretchen Bleiler, die sich hinter Hannah Teter aber noch vor Kjesrti Buaas aus Norwegen einreiht.

  Shaun White (19) krönt seine junge Karriere mit dem Olympiasieg  
Nach einem verpatzten ersten Qualifikationsrun lässt sich Shaun White nicht verunsichern. Gestärkt von seinem Erfolg bei den X-Games sichert er sich mit Höchstpunktestand im zweiten Run sein Finalticket. Dort lässt er nichts mehr anbrennen. Vor dem Lauf wird noch fernsehgerecht, wie fast vom ganzen US-Team praktiziert, der I-Pod aktiviert; - man könnte fast einen Mega Schleichwerbungs-Deal mit Macintosh dahinter vermuten. Dann geht es los:
Massiver Lien-Air am Beginn seines Runs, gefolgt von einem astreinen McTwist, dann weiter zur Frontside Wall für eine Back to back 1080 Combo, anschließend Frontside 9 Lien to Backside 9 als Abschluss.
Wollte man hier eine Medaille, kam man um 1080s nicht herum So zeigte auch Dani Kass, der seinen ersten Lauf verpatzte, nach einem sau-hohen Air to Fakie mit Tailgrab, zwei 10er und verbesserte sich vom letzten auf den zweiten Platz.

Nachdem Markku Koski nach dem ersten Lauf auf Silberkurs liegend im zweiten Run nicht mehr zulegen konnte, stand Shaun White als Sieger fest. Sein obligatorischer Abschlusslauf war eine reine Styleshow. Fette Airs, ein Frontside 540 mit extra lang gegrabtem Stalefish herrlich gebont und zwei Backside Lipslides auf der Frontside Wall, dann war die Show vorbei.

Mitfavoriten wie Antti Autti mussten sich geschlagen geben. Zurecht sehr enttäuscht über Rang 5, aufgrund der relativ wenigen Punkte die Antti für einen sehr guten zweiten Lauf bekam. Mathieu Crepel schaffte es nicht, sich für das Finale zu qualifizieren und auch die Deutschen konnten trotz guter Leistungen von Christoph Schmidt (Rang 8) und Vinzenz Lüps (Rang 9) nicht in die Medaillenkämpfe eingreifen. Jan Michaelis patzte wie auch Xaver Hoffmann in der Qualifikation, dafür zeigte dieser als einziger Rider einen 1440 und wurde entsprechend von Publikum gelobt.

  Hannah Teter  
Bei der heutigen Damenentscheidung lief es ganz nach Wunsch für Hannah Teter . Die 22 jährige, die nicht unbedingt als Favoritin gehandelt wurde setzte sich gegen ihre Kolleginnen Kelly Clark und Gretchen Bleiler durch. Mit sauberer Höhe bei allen Tricks, 720 und 900er war sie in beiden Läufen überlegen. Der Angriff von Kelly Clark, mit dem wohl eindrucksvollsten Run und höchsten Tricks des Tages, scheiterte erst beim letzten Spin, als sie ihren 9er nicht mehr stehen konnte.

Den besten, nicht-amerikanischen Lauf, hatte die Norwegerin Kjesrti Buaas. Ihre Schwierigkeiten waren weniger in den Spins, dafür umso mehr in Fliptricks verpackt. Gepaart mit schöner Höhe schnappte sie sich Bronze und verhinderte den Dreifach Erfolg für Amerika.


Ergebnisse im Überblick:

Damen
1. Hannah Teter USA 46,4
2. Gretchen Bleiler USA 43,4
3. Kjersti Buaas NOR 42,0
4. Kelly Clark USA 41,1
5. Torah Bright AUS 41,0
6. Elena Hight USA 37,8
7. Laura Manuela Pesko SUI 35,9
8. Doriane Vidal FRA 35,7
9. Shiho Nakashima JPN 33,1
10. Soko Yamaoka JPN 32,7

Herren
1. Shaun White USA 46,8
2. Daniel Kass USA 44,0
3. Markku Koski FIN 41,5
4. Mason Aguirre USA 40,3
5. Antti Autti FIN 39,1
6. Gary Zebrowski FRA 38,6
7. Markus Keller SUI 38,5
8. Christophe Schmidt GER 37,5
9. Vinzenz Lüps GER 36,8
10. Risto Mattila FIN 35,8