Urban Rails - Seppi Schollers Geländer tipps

Eine Menge Pro Snowboarder kommen aus den Bergen, wachsen irgendwo in den Alpen, in Skandinavien oder den Gebirgszügen der USA auf. Dann gibt es jene Gattung, die aus der Stadt flüchten und in die Berge ziehen. Die 3. Spezies aber geht den umgekehrten Weg, zurück in die urbanen Räume und macht sich die Stadt Untertan.

Einer dieser Exponate ist Seppi Scholler. Der gebürtige Wiener verbringt zwar jede Menge Zeit am Berg, doch sobald der Schnee in den tiefen Lagen Einzug erhält, begibt er sich auf Gílander Suche. Genau dort beginnt auch unsere Story:
Geländertipps mit Seppi Scholler, oder "How to ride a city rail"
  50/50 to Boardslide - Wohnbau Handrail - Rider Seppi Scholler  
Heiße Tipps für Geländer sind natürlich die Klassiker: Schulen, Bahnhöfe, Autobahnraststätten und Rastplätze, Wohnkomplexe, Industriegebäude, Stadien, Schwimmbäder, usw. Manchmal aber findet man sogar in einem Skigebiet, weit abseits vom Funpark ein gutes Handrail, oft bei der Liftstation selbst. Allen Großstadtkindern sind die Randbezirke ein Begriff, dort bleibt der Schnee meist länger liegen und auch die Schneeräumung hat hier nicht oberste Priorität.

ACHTUNG: Aber bevor ihr jetzt loslauft und fröhlich Hausfriedensbruch begeht: Viele dieser genannten Objekte sind nicht legal, dass heißt ihr klärt das entweder vorher ab, oder seid schnell wie Michael Johnson. Wir wollen hier niemanden anstiften, kriminell zu werden!
  ... natürlich haben die Jungs zuerst gefragt, ob sie hier fahren dürfen  
Habt ihr ein ansprechendes Handrail gefunden, müsst ihr abklären, wie die Anfahrt und Ausfahrt ausschaut.

Anfahrt ist gleich das richtige Stichwort:
Ist keine "natürliche" Anfahrt gegeben, und ist man nicht stolzer Besitzer einer Anfahrtsrampe (ich habís bis heute nicht geschafft, eine solche zu bauen, - aber irgendwann hab ich eine!), gibt's diverseste Möglichkeiten, Schwung zu holen:

1.Der "Klassiker": Zwei motivierte Freunde die einen hoffentlich gleichmäßig zum Geländer hinziehen.

2.Ersatzhügel: Diverse Ersatz Anfahrtsrampen, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, auch bieten viele Videos hilfreiche Ideen. Vom Kinderspielplatz angefangen Ödas funktioniert meist aber nicht sehr gut.

3. Das Auto: Auch da gibt es unzählige Beispiele in Snowboardmovies, etwa mit einem Seil hinten am Auto anhängen. Eine andere Variante ist, sich einen Flaschenzug zu bauen, sprich das Seil um einen Gegenstand zu wickeln, dann fährt das Auto in die Gegenrichtung und der Boarder Richtung Rail, siehe den Part von Hannes Metzler im Pirates Video vom letzten Jahr. Auf keinen Fall darf man sich vom Auto schieben lassen, wenn ihr da verkantet, rollt das Auto beinhart über euch drüber!

Ist das soweit geklärt, geht's weiter zum Geländer selbst:
Finger weg von Alu und anderen weichen Metallen. Ich find auch Holz nicht so gut, weil man super leicht hängen bleibt. Generell sollte man vor der ersten Fahrt mit dem Brett drüber ziehen, damit man sieht wie das Board am Rail rutscht. Eine Feile sollte man auch immer mithaben, allerdings wenn ihr das ganze Rail erst umbauen müsst, dann ist es wohl doch nicht so geeignet.
  A guater Stahl, - keine Ecken oder störende Nuppel auf der Rutschfläche  
  "Absprung soll nicht wie ein Kicker aussehen, ist ja kein Park-Rail"  
Der Absprung
Beim Absprung muss man generell schauen, dass er nicht zu hoch gebaut wird. (wegen der "realness"!!!). Aber auch nicht übertreiben, vor allem bei Rails, die man langsam anfährt empfiehlt es sich, den Absprung ein bisschen höher zu legen, wie eine Art extra Stufe.
Aber eben keinen "Kicker" sondern flach, so dass man auf das Rail drauf springen muss. (Es ist ja kein Park Rail, und wie gesagt die "realness" nicht vergessen ...)
Apropos: Die Arbeit des Stufenfreischaufelns zahlt sich aus!

  Smile - ein gelungener Arbeitstag  
Landung
Bei der Landung ganz einfach schauen, dass man genügend Schnee hat, je mehr desto weicher, sicherer und Board freundlicher. Auch sollte man sich überlegen, ob die Ausfahrt ein Gefälle hat oder bräuchte, oder ob man brutal ins Flache gedrückt wird.

Nach getaner Arbeit
Wenn man mit seiner Railsession fertig ist, wieder alles schön brav weg räumen und "Tschick" (Kippen) nicht am Boden, sondern in den Mistkübel schmeißen, davon gibtís in der Stadt ja genügend.

Seppis Fazit:
Scheiß auf Liftkarten kaufen, ab in den Großstadt Dschungel.
Freilich ist das ist nicht jedermanns Sache und wer jetzt behauptet, der Seppi kann nur Geländer fahren, dem sei gesagt: " Es is ma komplett wurscht"

Seppis Sponsoren:
Atomic, Ripzone (www.ripzoneinternational.com), Eastern boarder, Smith, SP Bindung & Schuhe, Actionscouts.com
Check out Seppis Part im aktuellen Homeless Video


Story: Seppi Scholler & Snowboard.ag