Ausrüstungsguide :: Bindungen

03.09.2008

Bindungstypen, Einstiegshilfen, Einsatzbereich, Montage, Winkel

Softbindungen
Heute werden fast ausschließlich so genanten Softbindungen verwendet. Sie bestehen in der Regel aus einer Grundplatte mit einem Highback (senkrechte Abstützung von Ferse bis Wade) und zwei Straps (Gurte mit Schnallen und Ratschenbändern). Der größere Anklestrap drückt die Ferse nieder und kann sehr fest geschnallt werden. Daher sollte der Strap bequem sein und gut sitzen. Der vordere, kleine Toestrap hat die Aufgabe, die Zehen niederzuhalten, wobei hier nie so viel Druck entsteht.

Die klassischen Softbindungen haben sich über die letzten Jahre hinweg vom Prinzip her kaum verändert. Neue Materialien und Strapformen sorgen zwar für immere leichtere und bequemere Bindungen, aber das System ist gleich geblieben. Unterschiede gibt es vor allem hinsichtlich der Ratschen und Schnallen, die von Hersteller zu Hersteller leicht variieren.

Einstiegshilfen
Seit Jahren gibt es verschiedene Entwicklungen um den Einstieg in die Bindung zu vereinfachen. Komplette Step-In Systeme konnten sich aufgrund mangelnder Bewegungsfreiheit außer im Schulbetrieb nicht wirklich durchsetzten, ganz im Gegensatz zu Bindungen mit Einstiegshilfen.
Die Firma Flow hat in diesem Segment vor Jahren ein Patent entwickelt, bei dem der Highback zurückklappt und der Schuh in die Bindung hinein geschoben wird. Durch das Schließen des Highbacks wird der Schuh gegen einen fix eingestellten Strap gepresst.
In den letzten 2 Jahren haben andere Hersteller dieses Konzept verfeinert und seit vergangener Saison ist das FastTec System von SP am Markt. Auch bei FastTec wird der Highback umgeklappt aber gleichzeitig lockert sich der vordere Strap. Dadurch kann man einfacher einsteigen und den Strap nachher fester schließen, was mehr Druck auf die Fersen bringt.
>> Details dazu in unserer Rubrik Equipment


Alpinbindungen
Die wenigen verbleibenden Alpinbindungen bestehen aus einer Grundplatte mit Fersen und Zehenbügel. Mit einem Hebelverschluss schnallt man den Hardboot in die Bindung. Flex und Halt werden ausschließlich vom Schuh bestimmt.
Step-In Alpinbindungen unterscheiden sich äußerlich nicht sehr von normalen Hardbindungen. Statt des Hebelverschlusses kommen meist Bolzen zur Anwendung, die den Schuh fixieren und über einen Seilzug geöffnet werden.


Montage
Die Montage der Bindung ist von der Technik ganz simpel: Bei fast allen Systemen werden acht Schrauben in schon vorhandene acht Gewindelöcher (Inserts) gedreht. Wer den passenden Schraubendreher (Kreuz) hat, kann die Bindung somit rasch selber montieren. Eine Einstellung der Bindungshärte wie bei Skibindungen gibt es nicht. Achtet darauf, welche Bindung vorne ist. (linker oder rechter Fuß voran, siehe Kapitel 3 „das erste Mal am Board“)

Winkel
Normalerweise werden beide Bindungen leicht in Hauptfahrtrichtung gedreht. Der vordere Fuss hat dabei mehr Winkel als der Hintere. Für Anfänger eignen sich vorne zwischen 10 und 30 Grad und hinten zwischen o und 15 Grad. Viele Profis stehen heute "Duckstance" auf dem Board, dass heißt die hintere Bindung in Minus-Richtung zum Tail gedreht. Dadurch wird das "Switch" (=verkehrt) fahren erleichtert. Eine Bindungsstellung von 0 vorne und hinten gibt es heute fast gar nicht mehr.
Bei großen Füssen kann man sich mit größerem Winkel gegen das Überstehen der Zehen und Fersen ein wenig hinweghelfen.

Bindungsposition und Abstand
In den meisten Fällen werden die Bindungen um wenige Zentimeter von der Boardmitte nach hinten zum Tail versetzt, damit die Nose vorne mehr Auftrieb hat. Vor allem im Tiefschnee macht sich das deutlich bemerkbar.
Viele Boards haben einen empfohlenen "stance" bereits am Board markiert, sonst kann mit mit dem Massband selbst auch nachmessen. Der Abstand zwischen den Bindungen hängt natürlich von der Körpergröße und aber auch sehr stark vom persönlichen Ridingstyle ab. Abstände zwischen 52 und 58 cm bei männlichen Erwachsenen sind üblich.
Wichtig ist auch, dass die Bindung gemeinsam mit dem Schuh gut zwischen den Kanten des Boards platziert ist. Die Schuhe sollten weder mit Zehen noch Fersen stark überhängen, sonst bleibt man beim Aufkanten hängen.