Ausrüstungsguide :: Snowboards

02.09.2008

Die Unterschiede bei Snowboards je nach Einsatzbereich:
Freestyle, Freeride, Park, Alpin, All Mountain


Früher teilte man die Boards grob nach Freestyle und Alpin Boards ein. Doch Angebot und Nachfrage an „Alpinboards“ sind stark zurückgegangen (unter 10%). Dies liegt zum Grossteil daran, dass man mit modernem Freestyle Material weit mehr Fahrstile und Schnee-Bedingungen abdecken kann. Außerdem haben die meisten Gebiete mittlerweile Funparks mit Kickern und Rails weshalb man nicht mehr auf das reine Pistenfahren angewiesen ist. Somit fallen fast alle Boards heute in die Kategorie Freestyle oder Freeride und werden in dieser nochmals unterteilt.


FREESTYLE & FREERIDE BOARDS
... sind vorne (Nose) und hinten (Tail) gleichermaßen aufgebogen. Sie sind leicht zu drehen, und verzeihen Fehler. Anfänger sollten eher zu weicheren Boards greifen, da man mit diesen den Einsteigerschwung (Driftschwung) besser in den Griff bekommt. Je härter ein Board ist (Flex), desto besser ist es auf der Kante zu fahren, dafür lässt es sich aber schwerer drehen.

Die Glaubensfrage heißt TwinTip oder Directional?
TwinTips sind symmetrisch aufgebaut, sprich Nose und Tail sind ident. Perfekt um einen 15-Meter Table switch anzufahren und nach einem 9er wieder die normale Fahrposition einzunehmen. Wer den Kicker lieber straight nimmt, der wird wohl eher auf ein Directional setzen, weil es damit im Powder und auf der Kante besser rennt.

Will man bei allen Bedingungen gut dastehen, sollte man zu einem Freestyle/Freeride Board greifen, dass durch gute All-Mountain Eigenschaften gekennzeichnet ist. Diese Boards haben einen härteren Flex um auch gut auf der Kante zu ziehen, sind aber immer noch easy zu driften. Sie funktionieren sowohl auf der Piste, im Powder (Tiefschnee) und im Funpark. (Kicker, Rail, Halfpipe)


SPEZIAL BOARDS
Für jeden Einsatzbereich spezialisierte Boards, die aber eher als Zweitboard konzipiert sind.

Fishshapes oder Swallowtails
... sind nur für den Tiefschnee konzipiert und kennzeichnen sich durch eine große Nose und ein schmäleres Tail. Die Bindung sitzt weit nach hinten versetzt für noch mehr Auftrieb im Tiefschnee. Auf der Piste hat man mit solchen Boards aber nicht ganz so viel Spaß

Park bzw. Jibber Boards
... sind sehr weiche TwinTips und für Funparks und urbane Rails konzipiert. Wer viel Rail fahren will, sollte sich nach einem Board mit verstärkten oder doppelten Kanten umsehen, die halten mehr aus. Außerdem ist die Kante weniger geneigt bzw. abgerundet, das verhindert ein Hängenbleiben am Rail. Praktisch, weil man nicht so oft in den Stahl beißt!
Unter den Parkboards gibt es einige Modelle mit flach geformter Nose und Tail, was Spintricks erleichtert.

Splitboards
... sind in der Länge teilbare Boards, bei denen man wie mit Skiern in der Tourenspur aufsteigen kann. Oben angekommen werden die zwei Hälften zusammengesteckt und die Abfahrt per Snowboard genossen.

Alpin Boards
... sind nur vorne aufgebogen, schmäler und stärker tailliert. Sie eignen sich auf weiten, präparierten Pisten zum carven auf der Kante und in Slalomkursen. Im Tiefschnee oder im Funpark habt ihr mit solchen Boards aber das Nachsehen.



LÄNGE & BREITE
Freestyle / Freeride Boards gibt es in verschiedenen Längen und auch Breiten. Leute mit großem Fuss (ab 44, 45) sollten auf jedenfall ein "wide" Board nehmen, um mit dem Schuh nicht überzustehen. Die Breite der Boards wird an der schmalsten Stelle (Waist Wide) gemessen. Ein Board mit 157cm Länge ist normal ca. 24,5 bis 25,2 cm breit. Wide Boards sind teilweise über 26cm breit.
Man sollte aber darauf achten, nicht unnötig breite Boards zu fahren, da der Kantenwechsel verzögert wird.
Die Länge hängt wieder von Körpergröße und Ridingstyle ab. Zwischen 153 und 165cm sind beim durschnittlichen männlichen Erwachsenen üblich: Kurze Boards für vorwiegend Parkeinsatz, längere Boards zum Tiefschnee fahren.


HERSTELLER
Es gibt viel zu viele Boardhersteller, wobei in Wirklichkeit viele Marken aus dem selben Hause sind. Big Names aus der Skiindustrie produzieren unter ihrem Namen Snowboards, genau wie reine Boardhersteller auch. Die Wahl des Herstellers ist oft auch eine Frage des Preises. Boards bekannter Marken lassen sich dafür auf dem Gebrauchtmarkt meist leichter wieder verkaufen als die Boards weniger gehypter Hersteller. Allerdings ist es sicher nicht notwendig, immer gleich den neuesten Trends und Modemarken zu folgen.