Interview Bernhard Hinterberger

Bernhard Hinterberger wird nicht zu unrecht "the machine" genannt. Der waschechte Bayer liefert eine "One-Man-Show" bei jedem Cable-Event an dem er teilnimmt.
Im letzten Jahr (2003) zeigte er erstmals eine kleine Schwäche, als er sich zu Saisonbeginn verletzte. Doch nicht einmal 6 Wochen später rockte er mit Schrauben im Knöchel schon wieder das ONE Wakeboard Masters in Graz und wurde Zweiter.
STECKBRIEF:
Geboren am: 7. 7. 82
Wohnsitz: Oberaudorf
Musik: System of a down, Limp Bizkit, Chemical Brothers
Hobbys: Skaten, Snowboarden
Trainingsstätte: meistens Kiefersfelden, aber auch Aschheim
Stance: Goofy, Duckstance, 9Grad vorne und hinten, voll auseinander
Favourite Trick: gegrabte 540, KGB, Double S-Bend to blind
Beste Ergebnisse: mehrfacher Europameister, Weltmeister 2001+2003
Sponsoren: NEW Wakeboards, Billabong Clothing, Arnette, mein Dad
ALLGEMEINE FRAGEN:
wakeboard.ag:
Wie und wann bist du zum boarden gekommen?
Berhard Hinterberger:
Mein Cousin ist ein ziemlich guter Trickskifahrer, durch den habe ich das auch probiert, ein Jahr später ist dann das erste Wakeboard gekommen. Das war so vor circa 5 Jahren.
Kannst du vom Boarden leben?
Mehr schlecht als recht, ich lebe vom Preisgeld, den Sponsoren und meinem Dad, der mich voll unterstützt
Nach deinem Europa und Weltmeistertitel gibt es da überhaupt noch Ziele in deinem Leben?
Auf jedenfall, Ziele hat man immer, man muß diese Titel schließlich versuchen zu halten. Heuer gibt es ja keine Weltmeisterschaften, aber bei der EM möchte ich schon den Titel verteidigen. Längerfristig möchte ich nach Südafrika ziehen, und dort meine eigene Anlage in Kapstadt eröffnen.
Was hältst du von Contests?
Allgemein bin ich nicht so der Fan davon, aber sie sind auf jedenfall gut für den Sport, da viele Leute so zum Wakeboarden kommen. Lieber sind mir einfache Sessions mit den ganzen Jungs.
Wann kommen solche Sessions zustande?
Eigentlich meist vor den Contest-Wochenenden, aber wir treffen uns auch öfter so um gemeinsam zu fahren.
Mit wem gehst du am liebsten Boarden?
Ich muß viel zu oft alleine trainieren, dabei hasse ich das voll. Am liebsten fahre ich mit den ganzen deutschen Ridern, wie Hardy Tunissen, Patrick Viererbe, und auch mit einigen australischen und südafrikanischen Boardern.

Was machst du im Winter?
Heuer war ich erst mal ein Monat Snowboarden, dann für 3 Monate in Australien trainieren.
Im Snowboarden wird viel über Videos finanziert, wie steht es mit europäischen Wakeboardvideos?
Ja das wäre fein, wenn man so Kohle machen könnte, aber im Moment gibt es da noch keine so großen Projekte. (ausser big-time, Anmerkung der Redaktion)
Wie ist das im Vergleich zu Amerika?
Dort ist das alles schon möglich, es gibt Videos und fette Kohle für die Fahrer. Die Industrie ist dort auch viel größer, und die Leute kaufen viel mehr Zeug.
In Amerika gibt es ja jetzt auch eine Cable Pro-Tour, bist du da dabei?
Nein, ich kann mich mit den Amys nicht so anfreunden. Im Vergleich zu denen sind die Australier und Südafrikaner viel freundlicher, und auch viel mehr an Europa orientiert. Die Amerikaner glauben wahrscheinlich noch immer, dass sie alleine Wakeboarden, und in Europa gar nix geht!
Ausserdem sind die Preisgelder nicht so hoch, dass es sich wirklich lohnen würde.
Welches Board fährst du?
Seit 2004 mein eigenes Pro Model bei NEW Wakeboards, das Hinterberger 135.
Was ist für dich wichtig beim Boardshape?
Das Problem ist, dass die Boards fast alle aus Amerika kommen, und nur fürs Boot fahren ausgelegt sind. Am Lift finde ich, sind so Mehrfinnen Systeme und Finnless Boards nicht geeignet.
(Anmerkung: mittlerweile fährt er selbst ein 6 Finnen Board, so schnell kanns gehen)

Wer sind deine Vorbilder?
Vorbilder so direkt gibt’s nicht, aber es gibt einige Fahrer denen ich gerne zusehe.
Zum Beispiel dem Hardy, und dem Patrick, die fetzten sich schon richtig fett raus. Oder einige Australier, wie z.B. der Justin
Gibt es einen Trick der demnächst auf deiner „things to do“ Liste steht?
Das kann man nicht so sagen, am ehesten die Spin Tricks.
Im Moment trainiere ich am 900. Da fahre ich wrapped Frontside an, und drehe mich dann so schnell es geht. Der Absprung ist wie bei einem Frontside Raley.
Zum Schluss noch - In welche Richtung werden sich die Tricks entwickeln:
Ich denke, dass die Inverts bald am Ende sind, es gibt schon noch neue Sachen, aber einfach nicht mehr so viele. Durch Graps bekommt das ganze mehr Style und Schwierigkeit.
Dafür ist bei den Spin Tricks noch einiges drinnen. Ich denke, dass einige Leute ganz schon schauen werden wenn wir bei den ersten Contests heuer Spins in zwei Meter Höhe machen. Das ist was ganz neues.
Interview: el_griko
wakeboarder.at / Mai 2002