Eva Koch im Interview

13.04.2004

She is the european cable queen. Die bescheidenste Frau der Welt grinst permanent, selbst wenn sie am Wasser vollgas rockt

Always happy, Eva Koch in Györ/Ungarn

Normalerweise könntnen wir nie die zwei Wörter "Frau" und "bescheiden" in einem Satz gemeisam verwenden. Doch bei Eva Koch trifft das zu.

Eva ist der glücklichste Mensch der Welt, solange sie Wakeboarden kann und was zum Essen bekommt. Sie tankt ihr Auto, checkt sich Zigaretten, fährt irgendwo hin, stellt ihr Zelt auf und kommt dort 5 Wochen lang mit 20 Euro aus. Ach ja, und sie lacht natürlich.

Steckbrief:

Geboren: 19.3.1977
Sternzeichen: Fisch (bezeichnet sich selbst als echten Fisch, da sie ständig Wasser um sich braucht, und sich darum auch die meiste Zeit auf, im oder beim Wasser befindet.)
Wohnort: München, Stadtrand bei den Eltern
Heimlift: Aschheim
Sponsoren: NEW Wakeboards, Volcom, Arnette, Vans

Results:
1. Platz EM 2002+2003
2. Platz bei der WM in Duisburg 2001
2. Platz bei der EM Cable in Wien 2001
1. Platz ECWT - Stopp Berlin 2002 und
1. Platz ECWT - Stopp Ungarn/Györ 02


Eva Style

Allgemeine Fragen:

wakeboard.ag: Wie lange fährst Du Wakeboard?
Eva Koch: Seit 1998, mein erster Contest war 1999.


Wie kamst Du zum Wakeboarden?
Ich fahre seit ungefähr 7 Jahren Snowboard und kam dadurch zum Wakeboarden. Das Wakeboarden wurde immer größer und jetzt fahr ich fast nur noch.


Wer sind Deine Vorbilder?
Habe keine, jeder macht sein eigenes Ding. Es gibt schon Leute denen ich gerne zusehe, aber Vorbilder in dem Sinn hab ich keine.


Lieblingstricks?
Raley und Backroll to Blind


Welchen Trick übst Du gerade?
Switch Raley (Anm: Frontflip, haben wir selbst gesehen)

Eva coacht bei den ONE Wakeboard Camps in Feldkirchen, hier probiert sich im Golfen

Auf welchem Material bist Du unterwegs?
Ich habe letzte Saison von Liquid Force zu NEW gewechselt, weil ich die Leute mag und der Hardy ein guter Freund von mir ist. Ich fahre das 134 Series Board und die Pro Target Bindung.


Du fährst regular, ist das nicht ein Nachteil am Lift?
Das ist nicht so schlimm, mich stört es nicht nach innen zu springen, z. B. bei der Backroll hat man nicht soviel Zug, finde ich zumindest. Außerdem lernt man dann schneller etwas Frontside zu machen.


Gibt es ein Leben abseits des ganzen Wakeboard-Zirkus:
Zuerst war ich auf einer Fachschule und hab dann angefangen zu studieren, und das Studium dann aber abgebrochen, weil es nicht das Richtige für mich war. Danach wollte ich in Österreich Sport studieren, hab aber die Aufnahme nach Kufstein nicht geschafft,- möchte es aber noch einmal probieren!


Welche Ziele hast Du Dir für diese Saison gesetzt?
Einfach vorne dabei sein.


Roll to Blind, EWCT Györ 2003

Du warst schon zweimal in Australien, erzähl mal:
Der Lift in Australien war sehr lässig. Eigentlich ist das mein Lieblingslift, er liegt an der Ostküste Australiens und die Anlage heißt BliBli. So viel gehebelt wie dort hab ich allerdings noch nie, sicher 4 bis 8 Stunden am Tag.
Den Winter darauf konnte ich leider nicht dort sein, weil ich krank war. Ich hatte das Pfeiferische Drüsenfieber und war 10 Tage im Krankenhaus, danach durfte ich länger keinen Sport machen.


Drüsenfieber? Das klingt tropisch, wo holt man sich so was?
Nein, man sagt, dass ist eine Kusskrankheit und wird durch Speichel übertragen. Dabei hab ich eigentlich niemanden geküsst. Vielleicht hat mich in der S-Bahn jemand angespuckt?!


Wo siehst Du Dich in der Zukunft?
Leider ist Wakeboarden nicht alles, ich muss an die Zukunft denken, beziehungsweise etwas für die Zukunft anfangen...
Meine Eltern würden mich lieber in einem normalen Job sehen, aber ich möchte eigentlich nur Spaß an dem haben, was ich tue... Ich brauche auch nicht unbedingt viel Geld zum Leben, ich bin sehr genügsam und komme mit wenig aus.


Lieblings Contest?
Der ECWT-Stopp in Ungarn Budapest 2001


Lieblingslift?
Der Lift in Kiefersfelden ist gut, besonders die Umgebung gefällt mir sehr gut, rundherum die Berge... Und die Anlage in Krk (Kroatien).


Wie sieht denn ein typischer Tag in Deinem Leben aus?
Ich bin ca. um 9 Uhr am See und hebel dann bis 11 Uhr Gruppen, also Schulklassen und so und dann geh ich selbst fahren. Dadurch erspar ich mir eine Saisonkarte zu kaufen. Letztes Jahr hab ich mir das auch so finanziert, musste aber viel mehr hebeln.


Mit wem fährst Du denn am liebsten?
Mit den Aschheimer Locals, da ist niemand bekannt, weil sie an keinen Bewerben teilnehmen, aber es sind einige gute Rider dabei!


Hast Du auch noch andere Hobbies, abgesehen von Wakeboarden?
Ja, Snowboarden und Wellenreiten. Wellenreiten war ich in Frankreich und Australien. Im Sommer 2000 war ich 6 Wochen in Frankreich surfen, da bin ich noch nicht so viele Contests gefahren ...


Wir hörten, dass Du gerne bei der Siemens Mobile Wave in Wien gestartet wärst, ist da was dran?
Ja, ich wollte unbedingt starten und ich dachte auch, dass ich eingeladen werde, da ich schon einmal an einem Contest im Alpamare teilgenommen habe und die Veranstalter gemeint haben, dass ich in Wien dabei wäre... Leider haben sie dann anscheinend auf mich vergessen... Vielleicht nächstes Mal! (Anmerkung der Red.: Eva Koch startete im Alpamare gegen Kai Junghans und andere Größen auf diesem Sektor, es gelang ihr sogar David Benedek zu kicken! Respect!!!)


Wie sieht es bei Euch in Deutschland mit dem Nachwuchs aus?
Da gibt es so viele und einige rocken jetzt schon ziemlich. Bei den Mädels sind mir vor allem Yvonne Elvers und Ines Drefal aufgefallen. Yvonne macht derzeit Hochee Glides und Krypt, Raley und Backroll.


Du bist2003 beim Wakestock in der Schweiz gestartet. Da warst Du ausnahmsweise nicht vorne dabei. Wie kommts?
Wakestock war ein reiner Bootbewerb und ich habe noch nicht wirklich hinterm Boot trainiert, vielleicht einmal... Mir ist Bootfahren zu teuer und die Gelegenheiten bieten sich nicht...


Was waren Deine schlimmsten Verletzungen?
Einmal hab ich mir die Nase gebrochen, da hab ich mir das Knie dagegen geschlagen. Und eine Platzwunde am Kopf - vom Board, aber sonst eigentlich nichts Schlimmes.


Gibt es irgendetwas, dass Du der Welt mitteilen möchtest?
Live your Dream!!!

Interview: el_griko
Pics: copyright wakeboard.ag