Report Wakeboard WM Sevilla
Wir begleiteten das Austrian Wakeboard Team nach Sevilla und waren abgesehen von ein paar vereinzelten Amis das erste Team vor Ort. Die Location am Guadalquivir River schien eigentlich perfekt. Eine schmale stehende Wasserstrasse die mitten durch die Stadt führt, und den eigentlichen Stadtkern vom nachträglich angebauten Areal La Cartuja trennt.
La Cartuja ist das Gelände rund um die EXPO, die 1992 in Sevilla tagte. Viele der stylischen Pavillons sind heute Sitzt Industrieller Konzerne, andere sind dem Verfall gewidmet.
Wie Rock-Stars wurden wir von 5 Spanischen Chickas am Flughafen empfangen und hatten einen eigenen Reisebus der uns zum Hotel brachte. All die Organisatoren waren super nett und sehr um uns bemüht. Das Hotel lag direkt an der Location, was morgentlichen Stress vermied. Eigentlich hätten die Mastercraft X-Star Boote bereits ab Montag morgen direkt an der Location das freie Training ziehen sollen. Doch wie so oft war irgendjemand zu langsam und die Boote erreichten Sevilla erst am Dienstag Abend.
Unser Training verlegten wir somit an einen Spot etwa 10 km entfernt direkt am River in einem lässigen Naturpark.
Das (in)offizielle Training war somit auf Mittwoch beschränkt, doch angesichts des enormen Starterfeldes von 171 Ridern aus 25 Nationen war klar, das viele auf ihr Training verzichten müssen.
Mittwoch Abend fand eine pompöse Opening Ceremony statt, wo das Geld in Strömen vernichtet wurde. Beim Einzug in das Olymipc Stadion (fasst 60.000 Zuseher) waren immerhin an die 35 Sitztplätze besetzt. Das anschließende Galadinner war vom Feinsten.
Parallel dazu wurden die Obstacles Mittwoch Abend noch fleissig geschweißt. Man entschied sich kurzerhand, die Obstacles erst ab dem Semifinale einzusetzten ....
Als dieser Zeitpunkt kam, lag der Kicker bereits umgedreht im Wasser. Beim Slippen des Sliders war ein Jetski behilflich. Es dauerte ungefähr 12 Sekunden, bis der Slider zu sinken begann, und weitere 10 Sekunden bis er vollständig auf Grund abgetaucht war. ... also auch das Finale ohne Obstacles!
Aus der Quali hatten sich 30 Rider für das Viertelfinale Open Men qualifiziert. Mit dabei der amtierende X-Games Winner und fixe Anwärter auf den Sieg, Froggy Soven. Starke Leistungen waren auch vom Team der Belgier, Kanadier, Australier, Südafrikaner und Schweizer zu beobachten.
Die Österreicher waren zu siebt angereist. Leider fehlte Mr. Daniel Fetz, da dieser von seiner Zivildienststätte, dem ach so gütigen Roten Kreuz, nicht freigestellt wurde. Dafür war mit Gert Perauer, Dominik und Patrick Hernler, Max Mörtl, Thomas Storch, Robert Braun und Stefan Aichholzer ein starkes Team vor Ort.
Gert zeigte die beste Leistung und qualifizierte sich direkt fürs Viertelfinale. Max Mörtl musste den Umweg über das LCQ gehen, sicherte sich mit einem Platz vorsprung auf Storchi ebenfalls einen Platz unter den letzten 30. Die anderen Open Men schieden leider aus. Im Viertelfinale kam dann leider auch das Aus für Gert und Max.
In der Masters Klasse war Stefan Aichholzer, leicht angeschlagen, recht gut unterwegs. Doch leider stürzte er im LCQ zwei mal und war ebenfalls weg.
Dominik Hernler, der Nachwuchs-Superstar rockte die Junior Boys. Dominik feierte in Spanien seinen 13 Geburtstag und war richtig gut drauf. Aus seltsamen Judgeentscheidungen heraus musste auch er LCQ fahren. Doch in diesem zeigte er, dass er sich einen Platz im Semifinale schwer verdient hatte und gewann das LCQ mit einem perfekten Run.
Beim Cut der letzten 14 Boys fürs Finale der Top 8 passierte das nächste Missgeschick der WM Organisation. Irgend ein intelligenter Mensch wollte Geld sparen und tankte das V8 Big Block X-Star mit Diesel! Daraufhin mussten alle Gewichte ins Ersatzboot umgeladen werden, was enorm viel Zeit kostete.
Verstört von den vielen Verzögerungen stürzten viele Boys bei ihren Standardtricks, und so leider auch Dominik, unsere letzte Chance.
Aus Deutschland waren nur 3 Mann angereist, Hardy Tunnissen, Bernhard Hinterberger und Conny Schrader. Conny schied bereits in der Quali aus und auch für Hardy und Bernhard war nach dem Viertelfinale Schluss. Angesichts dieser Tatsache wird klar, wie stark das Teilnehmerfeld war.

Im Finale machte Froggy Soven alles klar. Er landete 3 verschiedene Mobes und einen Whirly 5. Als Double Up zeigte er "nur" einen off Axis 5 um anschließend seinen Whirly 7 zu zeigen.
Dean Smith aus Australien wurde zweiter. The Spinmachine drehte 3 verschiedene 7er und versuchte über den DoubleUp einen Cab 9. Platz drei ging an Morgan Krause aus Südafrika.
Erwähnenswert ist auf jedenfall auch die Leistung des Europameisters David Vervenne (Platz 7). Sein Double Up, eine Double Half Cab Roll, war mit Abstand der Spektakulärste.
Das Level bei den Damen war zwar nicht überwältigend aber doch sehenswert. Die Argentinierin Robbie Rendo landete knapp vor Sheena Price und Andrea Fountain auf dem obersten Treppchen.
Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es ein feiner Tripp nach Spanien war, der unseren Sommer um ein paar Tage verlängerte. Leider war es nicht die Werbung für den Sport die es hätte sein können. Der Veranstalter verabsäumte es, massiv Werbung zu machen. Das Ergebniss waren keine 600 Zuseher beim Finale, obwohl die Wohnblocks nicht einmal 1 Minute entfernt lagen.
Erschütternd sind die Angaben der IWSF Pressestelle, die von 24.000 Zusehern sprechen. Da müsste man jedes Auto das über die Brücke gefahren ist mitzählen!!!
Wirklich Schade wenn man solche Aussagen trifft, da es schwer an der Glaubwürdigkeit anderer Aussagen nagt und somit anderen Veranstaltungen mit wirklich vielen Zusehern schadet.
Der einzige Moment, wo wirklich viele Leute waren, (aber trotzdem nur ein Bruchteil der angegeben Zahl) war während des Miss Reef Girl Contest. Zu diesem drängten sich hunderte Spanier vor die Bühne. Leider war der Zeitpunkt recht ungünstig gewählt, da sich wirklich niemand mehr für das parallel laufende Viertelfinale interessiert zeigte.
Ergebnisse im Überblick:
Open Men
1 USA SOVEN Phillip
2 AUS SMITH Dean
3 RSA KRAUSE Morgan
Open Women
1 ARG RENDO Robbie
2 CAN PRICE Sheena
3 NZL FOUNTAIN Andrea
Junior Men
1 NZL SMEELE Brad
2 AUS HANCOCK Mick
3 NZL EVANS Tony
Boys
1 USA SOVEN Robert
2 GBR YOUNG James
3 AUS CLIFFORD Harley
Girls
1 FRA TUAZ Estelle
2 RSA BUTLER Nicola
3 USA HICKS Patty
Masters
1 SUI MEYENBERG Andy
2 SUI LAWSON Oliver
3 AUS ROSE Tallun
Text: da_griko
