Protest Cable EM Alfsee

29.08.2005

In Abwesenheit zahlreicher Topstars machten sich andere die EAME Titel untereinander aus. Lior Sofer und Kirsten Leifels sicherten sich beide nach einer tollen Saison den Sieg

Protest Wakeboard EM 2005 am Alfsee

Nach langem hin und her und viel Widerstand in der Szene gab es sie nun doch, die Cable EM 2005. Trotz der unzähligen Titleevents die heuer schon in Europa stattfanden entschloss sich die EAME Führung für den Event.

Angefangen hatte alles mit dem "Nicht zu stande kommen" der einheitlichen ECWT durch eine übergeordnete Agentur. Als Ersatz für ihr Scheitern bot die Agentur an, eine EM zu veranstalten, - und da war sie.

In Abwesenheit zahlreicher Topstars, vor allem aus dem Veranstalterland Deutschland, war die EM trotzdem gut besetzt. Allerdings fehlte z.B. das komplette Siegertrio der Open Men von der EM 2004: Der 3-fache Weltmeister Bernhard Hinterberger, Hardy Tunnissen und Benni Süß. Neben ihnen waren auch Rider wie Patrick Viererbe, Daniel Pyne oder Jan Sauer nicht am Start. Diese rockten statt dessen die 4-Elements Open in Wörth bei München.

Protest steigt immer dicker ins Wakeboarden ein, Alfsee EM
Lior Sofer holt den Titel erstmals nach Israel

Dafür waren die Israelis wieder vollzählig am Start, und auch bei den Junior Men war alles da was Rang und Namen hat.
Wie schon öfter abgekündigt, war diesmal die Kategorie der Junior Men wohl die hochkarätigste. Nick Davis aus GB gab den Ton an, landete Double-S-Bend to Blind, Nuclear Roll Blind und alles im Style seiner Majestät. Platz zwei holte sich Mike Ketellapper aus Holland vor Omri Ben Natan aus Israel, der damit sein Pech bei der WM ausbügelte.

Bei den Junior Girls war Pauline Dryschka wieder eine Klasse für sich und die Open Women dürfen froh sein, dass sie heuer noch bei den Juniors an den Start ging.
Bei den Damen waren zumindest zwei Topfavoritinnen nicht am Start. Die World Games Siegerin Dennise de Haan bereitete sich auf die Boots WM in Moskau vor und Julia Bormann war verletzungsbedingt auch nicht am Start. Indessen war es an der Zeit für Kirsten Leifels, nach viel Silber einmal Gold zu holen. Ihren Silberplatz schnappte sich die Münchnerin Mari Sandner, die auf Kicker und Slider mittlerweile echt deluxe unterwegs ist. Mrs. Oberstyle Eva Koch meldete sich zurück und holte sich nach ihrer Knieverletzung Platz 3.

Dann blieben noch die Open Men:
Mit 3 Ridern unter den Top 12 war Österreich durch Chris Schinko, Stefan Kastner und Gerald Maurer im Finale Top vertreten. Gerry hatte einen super ersten Run, slamte aber im zweiten bei der Roll to blind und musste sich mit Rang 9 zufrieden geben. Chris Schinko machte es etwas besser und sahnte vor allem auf den Obstacles Stylepoints ab. Am Ende belegte er Rang 8. Bester Österreicher wurde der Mr. "jetlake", Stefan Kastner auf Platz 7. Stef war im Winter fleissig trainieren, konnte aber den Sommer über aufgrund der Wakeboard OPEN in Feldkirchen kaum fahren. Umso erfreulicher sein Comeback.


Stefan Kastner, wieder back im Buisness

An der Spitze konnte Lior Sofer aus Israel, nach seinem ewigen Kampf gegen Bernhard Hinterberger, in dessen Abwesenheit ganz easy den Titel holen. Tricks wie Double S-Bend to blind, die er im Lauf hinstellt, oder als Wildcard Special Trick ein Suicide Railey to blind kennzeichnen das junge Talent aus Tel Aviv. Da konnte nicht einmal die Stylemachine Ben Hitch aus GB mithalten. Ben macht zwar jeden Trick um 20% stylischer als alle anderen, verliert aber vor allem in der Intensity. Ben Hitch schnappte sich Rang 2 vor dem Holländer Marcel Doorgest, der heuer schon auf der ECWT ganz groß auftrumpfte.

Am Abend dröhnten die spanischen Punkrocker "Dover" gemeinsam mit Alternative Allstars auf der Bühne vor etwa 1000 Zusehern.
Der Event selbst war gut aufgezogen und vor allem von sportlicher Seite gut organisiert. Mit ca. 100 Startern aus 11 Nationen war es zwar kein neuer Rekord aber immerhin eine gut besetzte EM im Jungel der Title-Events von 2005.

Open Men Sieger: Ben Hitch - Lior Sofer - Marcel Doorgest

ERGEBNISSE im Überblick

Final Open Men

1 SOFER, Lior 68.92 Israel
2 HITCH, Ben 65.68 Great Britain
3 DOORGEEST, Marcel 60.61 Netherlands
4 BEN NATEN, Roi 54.36 Israel
5 WEINERT, Ilja 49.45 Germany
6 STURM, Dennie 46.81 Netherlands
7 KASTNER, Stefan 46.67 Austria
8 SCHINKO, Chris 44.21 Austria
9 MAURER, Gerald 38.93 Austria
10 FRANK, Norman 38.49 Germany
11 HEINRICHS, Steve 32.80 Germany
12 TULLY, John 29.39 Great Britain

Final Open Ladies
1.Kirsten Leifels 55,24
2.Marianne Sandner 46,23
3.Eva Koch 46,00
4.Kinga Horvath 41,19
5.Silvia Troselj 24,13
6.Sandrine Beslot 15,73

Final Junior Men
1 DAVIES, Nick 69.80 Great Britain
2 KETELLAPPER, Mike 65.55 Netherlands
3 BEN NATEN, Omri 56.75 Israel
4 SCHMIDT, Patrick 56.61 Germany
5 YOUNG, James 53.76 Great Britain
6 HILGERS, Mike 50.44 Germany
7 STELFOX, Gareth 45.92 Great Britain
8 DAMMITH, Tobias 45.59 Germany
9 NIEUWENHUIJS, Tim 43.89 Netherlands
10 ENRIGHT, Keelan 32.80 Great Britain

Text: el_griko
Pics: www.wakeboarder-pro.de